Sechs Wirecard-Töchter sind insolvent

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Beim Amtsgericht München sind heute Insolvenzanträge gegen sechs Wirecard-Töchter eingegangen. Der Insolvenzverwalter ist bereits aus einem anderen Finanzmarktverfahren bekannt.

Die Wirecard Technologies GmbH, die Wirecard Issuing Technologies GmbH, die Wirecard Service Technologies GmbH, die Wirecard Acceptance Technologies GmbH, die Wirecard Sales International Holding GmbH und die Wirecard Global Sales GmbH haben beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Ziel der Insolvenzanträge ist es, diese Gesellschaften unter dem Schutz eines Insolvenzverfahrens zu stellen und nach Möglichkeit fortzuführen, denn sie erbringen im Konzern Dienstleistungen an andere Gesellschaften Zum vorläufigen Insolvenzverwalter der sechs insolventen Tochtergesellschaften wurde Dr. jur. Michael Jaffé von der Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter bestellt. Jaffé ist bereits Insolvenzverwalter im Verfahren um die deutschen Töchter des insolventen Containerinvestors P&R.

Durch die Einleitung des vorläufigen Insolvenzverfahrens gegen die sechs Gesellschaften wird nun auch die Vorfinanzierung des Insolvenzgelds für die dort beschäftigten insgesamt 1.270 Mitarbeiter ermöglicht. Für die ca. 250 Mitarbeiter der Wirecard AG ist die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes auf den Weg gebracht worden. Die Agentur für Arbeit hat bereits ihre Zustimmung dazu erteilt. Damit sind die Lohn- und Gehaltszahlungen für die drei Monate Juni bis August gesichert. Gegenwärtig wird die Auszahlung der vorfinanzierten Junivergütungen unter Hochdruck vorbereitet. Voraussichtlich werden die Mitarbeiter im Laufe der kommenden Woche die Auszahlungen erhalten.

Um die Gesellschaft zu stabilisieren könnte es auch sein, dass für weitere Tochtergesellschaften der Wirecard Gruppe Insolvenzanträge gestellt werden. Nicht insolvent ist die Wirecard Bank AG. Somit werden Auszahlungen an Händler und Kunden ohne Einschränkungen durchgeführt. (ahu)