Schwellenländer eröffnen neue Perspektiven

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Hilde Jenssen

In den letzten Jahren führte die Unsicherheit um die Entwicklung vieler Schwellenländer zur Verunsicherung auf den Finanzmärkten. Sollte man deshalb zwingend annehmen, dass sich die Entwicklung fortsetzt?

Wäre es richtig, eine verallgemeinernde Aussage für einen Markt zu treffen, der aus mehr als sechs Milliarden Menschen besteht, die wiederum an den unterschiedlichsten Orten der Welt leben? Hilde Jenssen, Portfoliomanagerin des SKAGEN Kon-Tiki, geht diesen Fragen in ihrem Ausblick auf die Entwicklung der Schwellenländer im laufenden Jahr nach.

Die Marktbedingungen in vielen Schwellenländern haben sich gegenüber dem Vorjahr verbessert. Anlagen in Schwellenländer werden mit einem Abschlag gegenüber Industrienationen gehandelt – eine Entwicklung, die man zuletzt in den späten 90-er Jahren sah.

„Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, um qualitativ hochwertige Unternehmen in den Schwellenländern herauszufiltern, die attraktiv bepreist sind. Dies sind überwiegend Titel, die in den jeweiligen Märkten führend sind und externe Schocks und makroökonomische Rahmenbedingungen besser aushalten können als andere“, sagt Hilde Jenssen, Portfoliomanagerin des SKAGEN Kon-Tiki.

China – Sorgenkind oder Vorbote der Zuversicht?

China bleibt weiterhin ein Fragezeichen. Mangels notwendiger Anreizmaßnahmen seitens der Regierung dürfte sich das industrielle Wachstum weiterhin auf einem niedrigen Niveau fortsetzen. Auf der anderen Seite zieht der Konsum stark an und auch der Dienstleistungssektor verspricht Zuversicht.

„Viele glauben, dass die schwache Wachstumsdynamik in der gewerblichen Produktion die chinesische Notenbank unter Druck setzen könnte, den Renminbi weiter abzuwerten“, so Jenssen.

Dies wäre allerdings kein logischer Schritt, da das Land die größten Handelsüberschüsse weltweit aufweist. Verstärkend kommt hinzu, dass die weltweit sinkenden Rohstoffpreise den Handel in China bereits heute begünstigen.

Kein Grund für Pessimismus um Schwellenländer

Neben China beherrscht eine Reihe von unsicheren Faktoren derzeit die Märkte: Werden es Russland, Südafrika und Brasilien beispielsweise schaffen, sich von Korruptionsskandalen zu befreien? Des Weiteren beeinflussen die weiter sinkenden Rohstoffpreise die besorgte Stimmung der Anleger.

„Wir leben in einer Welt, in der Schwellenländer ausschließlich als Rohstofflieferanten verstanden werden, während die etablierten Märkte als Rohstoffkonsumenten kategorisiert sind“, erklärt die Portfoliomanagerin. „In den letzten Jahren zeichnet sich allerdings ein anderes Bild ab: viele Emerging Markets haben eine Transformation durchlaufen und sich von Rohstoffexporteuren zu -importeuren entwickelt.“

Die demographische Entwicklung spricht ebenfalls für die Region. Mit der wachsenden Bevölkerung und der Verbesserung des Wohlstands wird die Bedeutung des Dienstleistungssektors zunehmen, so die Experten aus dem Hause SKAGEN Funds.