Schweizer Investor kauft Berliner Maklerversicherer

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Bei Versicherungsmaklern sind Spezialisten für Nischen und Deckungen für besondere Zielgruppen gefragt. Makler müssen dabei nur auf die Bonität, Rückdeckung und den Beteiligungskreis achten.

2014-10-24 (fw/db) Die Beteiligungsgesellschaft BVI AG (Zug/Schweiz) hat, laut einer aktuellem Pressemitteilung, von der Augur Gruppe, Frankfurt, 100 Prozent der Anteile an der Berliner Versicherung AG (BVAG) übernommen. Im Internetauftritt ist der Start auf den 10. November 2014 angekündigt.

Mit dem Erwerb des Berliner Versicherers wollen sich die neuen Eigentümer langfristig im deutschen Versicherungsmarkt – sowohl im klassischen Versicherungsgeschäft als auch mit speziellen Nischen-produkten – engagieren und Zeichen setzen. Die Zusammenarbeit zwischen Versicherungsmaklern und Versicherer soll auch unter dem neuen Eigentümer konsequent fortgesetzt und weiter ausgebaut werden. Die Genehmigungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Gremien für den Eigentümerwechsel liegen nach eigenen Angaben bereits vor.

Die BVAG ist bisher als Maklerversicherer mit Schwerpunkt in der Schadenversicherung aktiv. Die Mitarbeiter der BVAG verfügen über langjährige Erfahrung in der Assekuranz. Vor einigen Jahren wechselten einige Experten von der heutigen AIG-Tochter WÜBA zu dem Berliner Spezialisten. Der Versicherer soll sich zukünftig auf das mittelständische Firmenkundengeschäft konzentrieren, insbesondere auf Risiken in den Geschäftsfeldern mittelständische Industrie, Gewerbe einschließlich Bau, Handel und Handwerk sowie Dienstleistungsunternehmen. Darüber hinaus sollen zielgruppenorientierte Deckungskonzepte entwickelt und angeboten werden.

Erstes Investment der Schweizer BVI in Deutschland

Für die BVI AG ist es das erste Investment auf dem deutschen Markt. Sie fungiert ausschließlich als Finanzinvestor. Die Investoren der Beteiligungsgesellschaft sind:

LOM Group, vertreten durch Günter Pless

Eberhard Lau, Kaufmann, Hamburg

Peter Wittner, Stuttgart

“Nach den Plänen der BVI AG soll die BVAG durch eine klare Konzentration auf ihre Kernkompetenz, ergänzt um spezielle Produkte für einzelne Zielgruppen, wachsen. Die Voraussetzungen und das Potenzial hierfür sind durch die große Expertise der Mitarbeiter und eine hervorragende IT-Infrastruktur gegeben”, erläutert Günter Pless, Aufsichtsratsvorsitzender der BVAG und Vorstandsmitglied der Essener Fakt AG.

Weitere Mitglieder des Aufsichtsrates sind Prof. em. Hubert Schulte-Kemper, der ehemalige Chef der EssenerHypothekenbank, und Prof. Recep Keskin, beide Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Der Versicherer will sich auf das Firmengeschäft im mittleren Marktsegment mit Prämienvolumina von 1.000 bis 50.000 Euro konzentrieren und will Versicherungsmaklern als Partner “auf Augenhöhe” eine fachliche Unterstützung bei Bewertung und Underwriting von Risiken bieten.

“Wir freuen uns, mit der BVI AG eine Gesellschafterin zu haben, die uns nachhaltig bei unseren Aufgaben und Zielen unterstützt”, erläutert Stefan Brauel, Vorstandsvorsitzender der BVAG, der bisher als Vorstand bei der GFKL Financial Services AG und der Coface Kreditversicherung AG tätig war. Mit Rüdiger Münch konnte die BVAG einen langjährigen Mitarbeiter als Mitglied des Vorstands gewinnen. Münch ist Wirtschaftsjurist und gilt als erfahrener Versicherungsexperte.

Dietmar Braun