Schutz fürs Depot

Besonnenheit und Geduld sind das oberste Gebot in volatilen Märkten. Wichtig ist aber auch, sich mit alternativen Anlageformen zu befassen und durch Sicherungsmechanismen Gewinnaussichten zu schaffen.

Die vergangenen Wochen waren für Anleger turbulent – doch bei weitem nicht so turbulent, wie die Verluste beispielsweise im Dax es vermuten lassen könnten. Bei mittel- und langfristig investierten Anlegern haben die Korrekturen zwar dafür gesorgt, dass die bis dahin zum Teil opulenten Jahresgewinne etwas abgeschmolzen sind, aber sie haben keine Substanz aufgezehrt.

Die Korrekturen waren letztlich erforderlich, um Dampf aus den Märkten zu nehmen und die Bewertung in Richtung eines Normalmaßes zu korrigieren. Dadurch bieten sich in der nächsten Zeit wieder gute Einstiegschancen, auch bei bislang sehr teuren Papieren. Und die Börsengeschichte lehrt: Wer auch in schwierigen Phasen dabei geblieben ist, hat (fast) immer Geld verdient. Die Erfahrung hat auch gezeigt, dass kurzfristiges Trading in volatilen Phasen selten zum Erfolg führt. Schwankungen für sich nutzen zu wollen, birgt immer die Gefahr größerer Verluste. Vielmehr sollte der Anleger gleichsam den Sturm über sich hinweg ziehen lassen, statt sich durch hektische Aktionen von diesem mitreißen zu lassen.

Natürlich lassen sich Depots auch gegen Schwankungen absichern. Ein Beispiel für einen Sicherungsmechanismus sind Express-Zertifikate. Sie stehen aber bei vielen Anlegern aufgrund der Lehman-Krise noch immer in Verruf. Sind sie aber transparent und kostengünstig strukturiert, können sie einen echten Vorteil für den Investor schaffen. Express-Zertifikate geben einem Portfolio in volatilen Märkten Halt, indem sie Sicherheit und Rendite kombinieren – und das über mehrere Jahre hinweg mit steigenden Gewinnaussichten.

Ein Beispiel: Express-Zertifikat XYZ auf den Euro Stoxx 50 läuft über sechs Jahre und hat einen Risikopuffer von 50 Prozent. Das bedeutet, dass die Anleger am Ende der Laufzeit ihr investiertes Kapital sowie die kumulierten Kupons für die Laufzeit ausgezahlt bekommen – wenn der Index maximal bis zu 50 Prozent im Vergleich zum Einstandswert gefallen ist. Tendiert der Index jedoch seitwärts oder steigt er gar, wird das Zertifikat vorher fällig. Es schüttet dann, abhängig von der Haltedauer, Kapital und die Kupons für die gesamte Laufzeit aus. Natürlich darf nicht verschwiegen werden: hat der zugrundeliegende Index am Ende der Laufzeit mehr als 50 Prozent verloren, verliert das Zertifikat XYZ in gleichem Maße, wie der Index. Seit 1986 gibt es jedoch keinen einzigen 6-Jahres-Zeitraum mit einem Verlust von 50 Prozent oder mehr. Das bedeutet: Jedes Expresszertifikat mit einem Risikopuffer von 50 Prozent wäre mit dem Nominalwert zuzüglich der Kupons zurück gezahlt worden.

Wichtig ist, Zertifikate strategisch einzusetzen und sich nicht nur auf ein bestimmtes Investment zu konzentrieren. Durch eine selektive Auswahl entsteht ein echter Baustein in der Vermögensanlage – und kann einen bedeutenden Mehrwert an Sicherheit bieten: Investoren können auch bei fallenden Kursen profitieren. Das führt zu einer gewollten Leidenschaftslosigkeit. Der Anleger weiß, dass auch ein fast halbierter Index – um bei unserem Beispiel-Zertifikat XYZ zu bleiben – ausreicht, um ihm am Ende der Laufzeit gute Renditen zu bringen. Und wenn die Börsen wieder Aufwind bekommen, ist ohnehin alles gut.

Autor: Thomas Buckard, Vorstand der Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen AG