„Schneller geht es nicht!“

Für viele Menschen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung schwer zu bekommen. Wer ganz offen einen Antrag stellt und mit einer Ablehnung durch einen bestimmten Versicherer im Hinweis- und Informationssystem der Deutschen Versicherungswirtschaft (HIS) gespeichert wird, verbaut sich schnell jeden weiteren Weg

Doch es gibt Lösungen für dieses Problem: Die elektronische Sofort-Risikoprüfung, die bereits von einigen Anbietern und Versicherern dem Vertrieb zur Verfügung steht.

Bereits 2013 hat die Munich Re zusammen mit Franke und Bornberg auf der DKM das anbieterübergreifende Tool vers.diagnose vorgestellt. Es führt die Vermittler elektronisch durch die Risikoprüfungsfragen einer Risikolebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung und bietet direkt im Anschluss verbindliche Vertragsangebote verschiedener angeschlossener Versicherer an. Hierzu gehören beispielsweise AXA, Barmenia, DBV, Generali, Signal Iduna, Stuttgarter, SwissLife, Volkswohl Bund, Zurich und HDI. Maklern kostenlos zur Verfügung gestellt wird das Tool von der gleichnamigen Betreibergesellschaft, die von den Inhabern der Versicherungsanalysten Franke und Bornberg gegründet wurde.

Der Bedarf an einer elektronischen Sofort-Risikoprüfung über mehrere Versicherer hinweg war schon lange ein essenzielles Anliegen von Versicherungsmaklern. Denn Risikovoranfragen sind vergleichsweise umständlich und zeitaufwändig. Zudem reicht es Maklern nicht, nur einen Anbieter zu prüfen, wenn sich dabei Restriktionen ergeben. Im Januar 2015 ging dann MORGEN & MORGEN mit EQuot ® in den Maklermarkt, einer elektronischen personenbezogenen Risikovoranfrage und Risikoprüfung in Echtzeit am Point of Sale. Direkt in der Beratung beim Kunden vor Ort kann darüber wahlweise eine anonyme Risikovoranfrage, bezogen auf den Gesundheitszustand, oder eine komplette Risikoprüfung mit allen Antragsfragen und direkter Zusage sowie elektronischer Antragsstellung erfolgen. „Die Einzigartigkeit von EQuot ® liegt darin, dass M&M hierzu auf das Originalsystem des jeweiligen Versicherers zugreift, also die Prüfung direkt auf dem System des Versicherers stattfindet“, erläutert Joachim Geiberger, Inhaber und CEO der MORGEN & MORGEN Unternehmensgruppe. Die elektronische Unterschrift sei dann der logische nächste Schritt. Nachdem der Vermittler mittels M&M Office für seine Kunden eine qualifizierte Analyse- und Vergleichsberechnung durchgeführt hat, ist er nun in der Lage, mit EQuot ® innerhalb von Sekunden zu erfahren, ob sein Kunde versicherbar ist: entweder über eine einfache, anonyme Risikovoranfrage oder über eine qualifizierte und verbindliche Risikoprüfung. EQuot ® ist in Zusammenarbeit mit der Gen Re, Allianz, Barmenia, HDI und Nürnberger im Rahmen eines Pilotprojekts entstanden und so konzipiert, dass es für alle Tarife mit biometrischen Risiken eingesetzt werden kann, beispielsweise Berufsunfähigkeit, Pflege oder Risikotarife.

Und im vergangenen Dezember schalteten Levelnine und softfair in ihren Vergleichsprogrammen die elektronische Risikovoranfrageplattform „RiVa“ frei. Mehr als 30.000 Versicherungsvermittler und die an RiVa angebundenen Lebens- und Krankenversicherer sollen so von der vereinfachten Voranfrage-Praxis profitieren. RiVa steht als Kürzel für eine effiziente Risikovoranfrage und beschleunigte Antragsstellung für alle Existenzschutzprodukte, also BU, EU, Grundfähigkeitenversicherung, Dread Disease und Multi Risk, sowie für alle Voll- und Zusatzversicherungen in der PKV. Nach Angaben der betreffenden Unternehmen handelt es sich dabei um das erste elektronische Risikovoranfragesystem, das für alle Bereiche der Personenversicherung nutzbar ist. Herzstück ist der dynamische Fragenkatalog mit allen relevanten Risikoangaben, durch den der Vermittler während des Beratungsgespräches online geführt wird. Die Angaben werden parallel, aber inhaltlich individuell, an bis zu vier Versicherungsgesellschaften zur fallabschließenden Risikoprüfung weitergeleitet. Angeschlossen sind zum Beispiel Allianz, ALTE LEIPZIGER, ARAG, Barmenia, Canada Life, Continentale, Dialog, EUROPA, Gothaer, HALLESCHE, HanseMerkur Krankenversicherung, HDI und WWK.

Die Barmenia Lebensversicherung war zu Beginn des vergangenen Jahres der erste BU-Versicherer, der bei Risiko-Voranfragen die Online-Tools vers.diagnose und EQuot zeitgleich nutzte. Die Prüfung der personenbezogenen Daten erfolgt komplett anonym, der von Kunden und Maklern gleichsam gefürchtete Eintrag in das Hinweis- und Informationssystem der Deutschen Versicherungswirtschaft (HIS) findet nicht statt. Der potenzielle Kunde erhält eine verbindliche Aussage, ob und zu welchen Konditionen eine BU bei der Barmenia abgeschlossen werden kann. Beide Tools ermitteln die Beiträge, etwaige Leistungsausschlüsse und dokumentieren automatisch. Dank des schnellen, direkten Beratungs-und Antragsprozesses erlauben beide Systeme eine Policierung innerhalb von 24 Stunden, so die Barmenia. Im Vertrieb kommt dieses Angebot offenbar gut an, wie Thomas Thomsen, Leiter der Hauptabteilung Vertrag Barmenia Kranken- und Lebensversicherung, erklärt: „Wir erhalten ausschließlich positives Feedback auf unser Engagement bei EQuot® und vers.diagnose. Die Makler loben die verbindliche Aussage über die Entscheidung, die deutlich schnellere Policierung und den Kompetenzgewinn gegenüber den Kunden.“

BU-Abschluss leicht gemacht
durch einfache Gesundheitsprüfung!

Mit der einfachen BU-Gesundheitsprüfung in unserem Online-Risikoprüfungstool „Sofort- Check“.

Onlineschulung

Quelle: VPV

Einen ganz eigenen Weg geht schon seit geraumer Zeit die VPV. Deren Risikotool „Sofort-Check 24/7“ biete nicht nur eine Risikoprüfung beim Kunden mittels ganzer vier Fragen (s. Grafik). Diese werden zudem parallel für die BU und die Grundfähigkeitenversicherung „VPV Vital“ überprüft. Die BU-Entscheidung des Versicherers liegt dann eigenen Angaben zufolge binnen fünf Minuten sozusagen auf dem Tisch. Online ist also groß in Mode. Torsten Poetz, Vorstand der VPV Maklergesellschaft, erklärt: „Mit der Online-Risikoprüfung für BU steht den Vermittlern ein Profi-Werkzeug zur Verfügung. Damit können Vertriebspartner ihre Kunden beraten und interaktiv von der Angebotserstellung bis hin zur Gesundheitsprüfung einbinden. Das Beste: Die Risikoprüfung vor Ort ermöglicht schon beim ersten Beratungsgespräch eine sofortige Entscheidung über die Annahme des Antrags.“ Schneller gehe es nicht. (hwt)

Onlineausgabe 01/2016