Scheitert Nachhaltigkeit am Wissen?

Foto: © Gina Sanders-stock.adobe.com

Wie in vielen anderen Lebensbereichen spielt auch bei der Finanzanlage das Thema Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass nachhaltige Geldanlagen ihr Marktpotenzial möglicherweise nicht ausnutzen – weil es vielen Anlegern an Wissen dazu fehlt.

Wie gut sind Privatanleger über nachhaltige Investments informiert? Dieser Frage ist das Bankseminar der Universität zu Köln nachgegangen und hat dazu Kunden der digitalen Vermögensverwalter VisualVest, vividam und growney befragt. Von den Studienteilnehmern gaben lediglich 20,9 % an, dass sie „gut“ über nachhaltige Investments informiert sind, nur 4 % würden ihre Kenntnisse sogar als „sehr gut“ bezeichnen. 25,4 % bescheinigen sich bei dem Thema „geringe“ Kenntnisse, 15,4 % sogar „sehr geringe“ oder sie haben gar noch nichts davon gehört. 34,2 % fühlen sich „durchschnittlich informiert“.

Das fehlende Wissen dürfte einer der wesentlichen Gründe sein, warum nachhaltige Geldanlagen in Deutschland immer noch einen geringen Anteil am Gesamtanlagevolumen haben. So sind hierzulande 5,4 % aller Investments nachhaltig, in Österreich liegt der Anteil bei 15,9 %, in der Schweiz sogar bei 38 %. Aber auch Deutschland könnte der Anteile in Zukunft nach oben gehen. So registrierte der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) im ersten Halbjahr 2020 einen Zufluss von 7,2 Mrd. Euro in nachhaltige Produkte, aus „klassischen“ Produkten wurden zugleich 3,4 Mrd. Euro abgezogen. Zudem gab bei der Studie der Uni Köln 63,8 % der Befragten an, zu glauben, dass sich mit nachhaltigen Geldanlagen etwas bewegen lassen. Sehr geteilt sind jedoch die Meinungen bei den Faktoren Risiko und Rendite. So meinen jeweils 31,7 %, dass die Rendite bei nachhaltigen Geldanlagen geringer oder höher ausfällt als bei „klassischen Geldanlagen“, bezüglich des Risikos sehen 29,2 % ein geringeres Risiko bei nachhaltigen Geldanlagen, 23,9 % glauben an ein höheres Risiko.

„Wir als ausschließlich nachhaltiger Robo-Advisor wollen den KundInnen eine einfache digitale Anlageform mit positiver Wirkung an die Hand geben und in der Summe unseren Beitrag zu den 17 UN SDGs beitragen. Dies wird immer öfters angenommen“, so Frank Huttel, Co-Initiator und Leiter Portfoliomanagement von vividam.

„Das Thema Nachhaltigkeit lag uns von Beginn an am Herzen. Darum haben wir unsere nachhaltigen Portfolios bereits 2 Monate nach dem GoLive von VisualVest mit ins Angebot aufgenommen. Erfreulicherweise konnten auch wir feststellen, dass der Anteil der nachhaltigen Anlagestrategien in den letzten 12 Monaten deutlich angestiegen ist“, ergänzt Dr. Olaf Zeitnitz, Gründer und Geschäftsführer von VisualVest.

“Wir erleben einen regelrechten Run auf unsere nachhaltigen Anlagestrategien. Grün investieren ist längst kein Nischenthema mehr – immer mehr Menschen interessieren sich dafür“, so Thimm Blickensdorf von der Geschäftsleitung von growney. (ahu)