Savills: Investmentmarkt für Handelsimmobilien H1 2016

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Im 1. Halbjahr wechselten Handelsimmobilien für insgesamt etwa 4,5 Mrd. Euro den Eigentümer und damit 57 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Rückgang betrifft vor allem die liquiden Formate, d. h. Einkaufs- und Fachmarktzentren sowie Geschäftshäuser.

(fw/rm) Dass das Transaktionsvolumen nicht höher ausfiel, ist vor allem damit zu erklären, dass Angebot und Nachfrage im Hinblick auf das jeweilige Risikoprofil nicht zueinander passen. „Die Nachfrage nach deutschen Handelsimmobilien ist nach wie vor immens hoch. Aber: Von einzelnen Ausnahmen abgesehen sind die Investoren auf Core- und eventuell Core-Plus-Immobilien fokussiert. Value-Add-Objekte kommen dagegen bestenfalls als Portfoliobeimischung in Frage“, erläutert Jörg Krechky, Director und Head of Retail Investment Germany bei Savills und ergänzt: „Gerade jene Core-Objekte sind aber de facto ausverkauft“. Eigentümer solcher Core-Immobilien trennen sich wegen fehlender Reinvestitionsmöglichkeiten nur sehr selten von ihnen, Projektentwicklungen gibt es ebenfalls nur sehr wenige. Im Falle von Shopping-Centern stellt sich die Situation deshalb wie folgt dar: Von den etwa dreißig Centern, die sich im Verkaufsprozess befinden oder bei denen dieser bevorsteht, sind lediglich zwei Objekte dem Core-Segment zuzuordnen. Diese extreme Knappheit führt dazu, dass für Core-Objekte nach wie vor sinkende Anfangsrenditen zu verzeichnen sind. „Im Non-Core-Segment ist die Zahlungsbereitschaft der Investoren jedoch weitgehend ausgereizt – die Risikoprämien sinken kaum noch“, konstatiert Andreas Wende, COO und Head of Investment Germany bei Savills. Da im 2. Halbjahr mit mehr nachfragekompatiblem Angebot zu rechnen ist, ist zu erwarten, dass die Investmentaktivität höher ausfallen dürfte als zuletzt. PDF Marktüberblick:  euro.savills.co.uk/marktuberblick-handelsinvestment-q2-2016.pdf