Sammelobjekte als Geldanlage – schön, aber nicht sicher!

Gottfried Urban, Urban & Kollegen Vermögensmanagement, Altötting / Foto: © Urban & Kollegen Vermögensmanagement

Es gibt Preisindizes für Weine, Oldtimer, Juwelen oder andere Sammlerstücke, die auf den ersten Blick langfristig gute Renditen versprechen. Mancher Anleger überlegt deshalb, ob es sich lohnt, sein Geld in solche Sammlerwerte zu investieren. Doch Vorsicht: Die Märkte für diese Gegenstände sind nicht liquide, und die Aufbewahrung zehrt oft am Vermögen.

Der Vergleich von Indizes für Sammlerwerte mit transparenten Märkten wie der Börse hinkt immer. Wer hat schon die Möglichkeit einen Geigen-, Weinpreisindex oder einen Oldtimerindex zu kaufen? Die Alternative wäre, sich selbst ein breit gestreutes Portfolio von Sammlerwerten zusammenzukaufen – doch das gibt der jeweilige Markt meist gar nicht her. Dennoch werden zum Beispiel Wein- mit Börensindizes verglichen.

Lager und Versicherung kosten

Wer sich bei der Geldanlage für Sammlerstücke entscheidet, sollte nie die Gesamtkosten aus den Augen verlieren. Die Wertstatistiken und Indizes spiegeln allein die Preisentwicklung der Sammelobjekte. Unberücksichtigt bleiben die oft hohen Lagermieten, teure Versicherungskosten sowie Diebstahlrisiken. Wer in der Oberliga mitspielt, der muss auch eventuell erforderliche Gebühren für eine Zertifizierung der Wertgegenstände beachten. Berücksichtigt man noch die An- bzw. Verkaufsspannen und sowie Lieferkosten, muss der Preisanstieg schon gewaltig sein, um beim Wiederverkauf noch Geld zu verdienen. Bei Oldtimern summieren sich Standschäden, Treibstoff und Reparaturschäden über die Jahre häufig zu mehreren Tausend Euro.

Nicht krisenfest

Sammlerstücke werfen keine laufenden Erträge wie Zins oder Dividenden ab. Für eine ausreichende Streuung muss man größere Geldbeträge investieren. Nur bei hochwertigster Ware besteht die Chance auf Preissteigerungen. Bei der Bewertung der Objekte sind sich oft auch Experten nicht einig. Sammlerwerte sollen nicht so anfällig für politische Ereignisse wie etwa Aktienpreise sein. Als Krisenwährung eignen sie sich dennoch nicht. In der Regel haben die meisten Sammlerstücke einen gewissen Materialwert. Im Krisenfall ist das die untere Wertgrenze, mehr nicht.

Neben der persönlichen Freude am Sammlerstück bleibt meist keine finanzielle Rendite übrig. Die Anlage in Kunst und Co. kann ich als Geldanlage niemandem empfehlen. Das ist eher etwas für Liebhaber, und kostet, wenn man es mit Leidenschaft macht, in der Regel Geld und Zeit.

Sammlerstücke können zwar einen Baustein im Anlagemix darstellen. Bei der Strukturierung des Vermögens kommen sie aber erst in Betracht, wenn die traditionellen Anlageklassen ausreichend bestückt sind; als kleine Beimischung für den großen Geldbeutel, mehr nicht.

Kolumne von Gottfried Urban,
Urban & Kollegen Vermögensmanagement, Altötting

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