Sachwerte-Kolloquium in München. Neue Ideen? Fehlanzeige!

Von links nach rechts: Helmut Schulz-Jodexnis, Leiter Produktbereich Sachwerte & Immobilien, Jung, DMS & Cie. AG, Linus Sluyter, Chief Product Officer, CP Capital Pioneers GmbH Alex Gadeberg, Vorstand, ‎Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG Alexander Betz, Vorstand, eFonds AG Friedrich Andreas Wanschka, Moderator / Foto: © Sachwertekolloquim

„Neue Ideen oder weiter auf niedrigem Niveau?“ Das war eine der Fragestellungen auf dem diesjährigen Sachwerte-Kolloquium am Flughafen München. Organisiert und moderiert vom Dreigestirn Stefan Loipfinger, Markus Gotzi und Friedrich Wanschka quälte sich die ehemalige Branche der geschlossenen Fonds durchs Programm. Alte Wunden wurden nochmals geleckt, die Zukunft in bessere Leistungsbilanzen, besserer Vergleichbarkeit mit anderen Kapitalanlagen gesucht und Besserungsbelobigungen „der Anleger braucht Vertrauen“ formuliert. Von neuen kreativen Ansätzen konnte lediglich Marco Ambrosius, Geschäftsführer der HTB Hanseatischen Fondsinvest berichten. Launcht seine HTB doch eine Investment AG.

Weit weg in der Diskussion war das gut besetze Podium um Andreas Heibrock (Patrizia) vom grundsätzlichen Kommunikationsproblem mit Vertriebspartnern und Anlegern. Vor allem diese sind von der Branche der AIF-Emittenten schon zu früheren Zeiten so gut wie nie direkt angesprochen worden. Ein böses Versäumnis aus heutiger Sicht. Mit zunehmender Komplexität der AIF durch Regulierungsvorgaben verabschieden sich nun offenbar auch die übrig gebliebenen Vertriebspartner. Sind die heutigen AIF- Fondskonstruktionen doch schwer bis gar nicht mehr erklärbar. Doch ist diese Art der gestern viel diskutierte Transparenz überhaupt in der Kommunikation nötig?

Schaut man auf die neue digitale Konkurrenz der Robo Advisor oder Crowdinvesting-Plattformen setzen Anleger vielmehr auf einfache, kurze aber transparente Informationen. Und: die Anleger interessieren keine Anlageberater, die ihnen erklären, dass ein AIF die Risikoklasse 6 hat. Die Anleger machen sich selbst ein Bild und zeichnen direkt online. Ein Vorbild für die Branchenteilnehmer von gestern? Durchaus, kurze knappe direkt Anlagekommunikation, die eine überzeugende Story zum Anbieter und zum Investment rüberbringt, die aber auch ein Gebührenmodell beinhaltet, das zeitgemäß ist. Mehr Nettozinsen als 0% und ein Risikoprofil nach dem Motto „Anleger vor Management“. Ein Versuch wäre das wert.

Autor: Jürgen Arbter, Geschäftsführer Re’public Agentur für Finanzkommunikation