Run-Offs verunsichern Versicherte

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In den vergangenen Wochen war das Thema Run-Offs, also der Verkauf von Lebensversicherungsverträgen an sogenannte Abwickler, immer wieder Thema in den Medien. Trotz zahlreicher Dementis von Versicherungen zeigen sich die Versicherten verunsichert.

Versicherer, die den Verkauf von Lebensversicherungsbeständen ankündigen, betonen immer wieder, dies sei im Interesse der Kunden, denn die Verträge wurden zu den bisherigen Konditionen weitergeführt. Da die Abwickler kein Neugeschäft betreiben, können die übernommenen Bestände effizienter verwaltet werden, womit die Kosten sinken würden. Damit wäre dann eine höhere Rendite erzielbar.

Diese Beteuerungen werden allerdings von den meisten Versicherten nicht geglaubt, wie eine Meinungsumfrage zeigt, die von INSA Consulere im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) durchgeführt wurde. So gab mehr als die Hälfte der Befragten an, dass durch den Verkauf das Vertrauen in die Versicherung und den Anbieter geschwächt wird, selbst wenn für den Versicherten durch den Verkauf keine Nachteile entstehen. Nur 13 % meinen nicht, dass durch einen Verkauf an einen Abwickler das Vertrauen in die Versicherung geschwächt wird, ein Viertel weiß auf die Frage keine Antwort.

Besonders ältere Befragte empfinden einen Vertrauensverlust. So gaben von den Befragten über 55-Jahre 63 % an, dass ihr Vertrauen in die Versicherung durch einen Run-Off beschädigt wird. Laut DIA dürfte der Vertrauensverlust bei den Vertragsinhabern der verkauften Bestände  sogar noch über dem Durchschnitt von 51 % liegen, da diese Kundschaft tendenziell älter sei, als die befragte Stichprobe. Bei den 18- bis 24-jährigen empfinden nur 22 % eine Vertrauensschwächung durch einen Run-Off. Diese Einschätzung ändert sich jedoch mit zunehmendem Alter. (ahu)

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