Ruhestand? Nein, Danke!

Werner Klumpe / Foto: © Wener Klumpe

Rechtsanwalt Werner Klumpe ist mit seiner Kanzlei seit vier Jahrzehnten einer der profiliertesten und erfahrensten Spezialisten für Kapitalanlagerecht einerseits in der Prospektierung und Begleitung von Kapitalanlageprodukten mit Investitionen im Milliardenbereich. Zum anderen hat die Kanzlei Tausende von Prozessen und Auseinandersetzungen auf Initiatoren- und Vertriebs-, wie aber auch auf Anlegerseite begleitet. Bei gescheiterten Kapitalanlagen sind vor allem immer auch mögliche Restrukturierungs- oder Sanierungsansätze verfolgt worden.

Neben dieser Kernkompetenz, die die Kanzlei mit Erfahrung in Kapitalanlage, Bau, Presse und allen dazugehörigen Randthemen unterlegt, konzentriert sich die Kanzlei derzeit auch auf aktuelle Themen wie Kryptowährungen und Blockchain oder Crowdfunding, insoweit vor allem auf die Aufarbeitung der rechtlichen Bezüge. Klumpe befürchtet, dass sich in wenigen Jahren wieder viele der heutigen copy paste-Prospekte auf dem Tisch eines Staatsanwaltes wiederfinden werden. Als Anwalt, Medien- und Immobilien-Unternehmer, Sanierer und auch als Start-up Inkubator ist Werner Klumpe vielfältig erfolgreich unterwegs. Immobilienwirtschaftlich betreibt er seit Jahrzehnten vor allem die Entwicklertätigkeit und den Ausbau des eigenen Bestandes von Wohnimmobilien. Als Fonds-Sanierer ist er selber New Energy Unternehmer geworden. Als Start-up hat Klumpe mit seinem Sohn Lukas Klumpe mit Athletia Sports u. a. das größte MCN-Sportnetzwerk in Europa mit mehr als 500 Mio. monatlichen Zugriffen aufgebaut. Aktuell sondiert er den Markt für Schmuck- und Edelsteininvestments über die Vertriebswege des Finanzmarktes.

finanzwelt: Herr Klumpe, im letzten Jahr habe ich Ihnen zu Ihrem 70. Gesundheit, etwas Ruhe und weiteren Erfolg gewünscht. Zuletzt konnte man lesen, dass Sie nach vielen Jahren Sanierungsarbeit und vielen Millionen eigenem Kapitaleinsatz die Debi Select-Fonds aus der Krise führen konnten.

Werner Klumpe: Richtig ist, liebe Frau Schöneich, dass wir Licht am Ende des Tunnels sehen. Es war, ist und wird aber noch ein langer Weg, um den Anlegern maßgebliche Gelder ihrer Investments zurückzuholen.

finanzwelt: Was heißt das jetzt konkret?

Klumpe: Zu Beginn unserer Tätigkeit mussten wir feststellen, dass aus den ca. 140 Mio. Euro, die von ca. 9.200 Anlegern investiert worden waren, keine tragfähigen Investments zu verwerten waren. Offene Einlagen oder Nachschüsse zur weiteren Finanzierung einzufordern, haben wir für unseriös erachtet, da die Prognosen starke Risiken auswiesen. Gleichwohl haben wir für die Investitionsvorhaben im New Energy-Bereich in Weißrussland und Russland Chancen gesehen. In diesen Ländern sind Unternehmen für Stromerzeugung aus Mülldeponieentgasung errichtet worden. Nachdem es uns inzwischen gelungen ist, die Auseinandersetzungen zwischen den Anlegern und den diversen Beteiligten im Wesentlichen zu beenden und die Investitionen zukunftsorientiert zu strukturieren, sehen wir die Chance, mindestens 30 % bis 50 % der investierten Gelder als Rückfluss an die Anleger in den nächsten Jahren zu erwirtschaften.

Wie viel Geld Klumpe die Projekte investiert hat und wie seine Zukunftspläne sind, lesen Sie auf Seite 2