Rezessions-Gegengift im Sonderangebot

Höhere Nachfrage nötig

Wenn die Regierung sich ein Herz fasst und ihre restriktive Schuldenpolitik aufgibt, kann sie gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen könnte sie endlich die überfälligen Investitionen in die marode deutsche Infrastruktur nachholen. Diese Maßnahme an sich könnte schon den Binnenmarkt ankurbeln. Darüber hinaus würde eine verbesserte Infrastruktur Unternehmen eher zu mehr als zu weniger Investitionen ermutigen – vor allem in Verbindung mit Steuersenkungen. So könnte Deutschland außerdem Anreize schaffen, dass Firmen hierzulande wieder mehr Mittel für Forschung und Entwicklung ausgeben.

All das würde die Nachfrage steigern. Angesichts der verschlechterten Marktaussichten wird eine höhere Nachfrage auch immer wichtiger. Zwar liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei traumhaft niedrigen 3,1 Prozent, aber die Bundesbank hat bereits vor einem möglichen Anstieg gewarnt. Ewig wird auch die deutsche Wirtschaft nicht den Bedrohungen des Welthandels trotzen können – gerade in Anbetracht ihrer Abhängigkeit vom Export-Geschäft.

Was soll schon passieren?

Was spricht also gegen ein präventives Konjunkturpaket? Das schlimmste, was passieren kann, ist eine etwas höhere Inflationsrate, die aktuell bei niedrigen 1,1 Prozent liegt. Das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist bei ca. zwei Prozent ohnehin höher angesiedelt. Allerdings würden Infrastruktur-Investments erst langfristig Wirkung zeigen. Zu groß sind die Hürden in der Planungsphase und die Engpässe in der Bauindustrie. Daher wäre es clever zweigleisig zu fahren und für kurzfristige Ergebnisse Steuersenkungen zu implementieren. (sh)