Renminbi wird wegen Handelsstreit abgewertet

Foto: © chuugo - stock.adobe.com

In diesem Jahr hat der chinesische Renminbi deutlich an Wert verloren. Die stärkste Abwertung gegenüber dem Dollar betrug in der Spitze fast 10 % – binnen vier Monaten und das nach einem starken Jahresauftakt. Laut DWS führt das zu zwei Fragen: Ist dies möglicherweise ein Indiz dafür, dass China mittels Währungspolitik der Abkühlung seiner Wirtschaft entgegentreten möchte? Oder aber setzt Peking seine Währung bewusst dafür ein, Signale an Washington zu senden?

Eine Antwort darauf zu finden ist laut DWS alles andere als eindeutig: Zum einem falle die Abschwächung einiger Konjunktursignale aus China mit den Handelsgesprächen zusammen, die mit den USA geführt werden. Zum anderen handelt es sich bei der Betrachtung des Kursverlaufs nur um ein Währungspaar und es gibt keine Informationen darüber, welcher der beiden Währung der Treiber war.

Die unten stehende „Chart der Woche“ der DWS zeigt, dass der Renminbi zuletzt auch stark gegenüber dem Euro geschwächelt hat, er damit aber lediglich die vorige starke Aufwertung (über-) kompensiert hat. So hat die chinesische Währung im Vergleich zum Jahresbeginn gegenüber dem Euro um weniger als 2 % abgewertet. Ohnehin sei es eine Frage der zeitlichen Perspektive, ob China seine Währung bewusst schwächt. So habe der Renminbi seit dem Jahr 2013 gegenüber dem Dollar abgewertet, in den letzten zehn Jahren aber um 35 % zugelegt. Ein Blick auf die Kaufkraftparität zeige aber, dass das nicht ausreiche, von einem „normalen“ Umtauschverhältnis zu sprechen. So müsste nach Berechnung der OECD ein Dollar nicht 6,8 Yuan kosten, sondern lediglich 3,5 Yuan.

DWS geht davon aus, dass der Renminbi mittelfristig weiter abwerten wird, was jedoch wenig mit der Kaufkraftparität, sondern mehr mit der Tagespolitik zu tun habe. “Der Sinkflug des Renminbi gewann Mitte Juni richtig an Fahrt, was unseres Erachtens von Peking so gewollt war. Mit den schwächeren Konjunkturdaten hatte man sicherlich einen guten Grund dafür gefunden. Doch dass die stärkere Abwertung just zu dem Zeitpunkt begann, als die Gespräche mit Washington geplatzt waren und die Strafzölle umgesetzt wurden, halten wir für keinen Zufall. Peking hat damit ein klares Signal gegeben. Allerdings glauben wir auch, dass es nun zunächst kein Interesse an einer weiteren Abwertung geben sollte, die Washington als Eskalation des Handelsstreits begreifen könnte”, erklärt Stefanie Holzte-Jen, Leiterin Devisenstrategie bei der DWS. (ahu)

www.dws.de