Rendite durch Wandel

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Wandelanleihen vereinen die Sicherheit von Anleihen mit den Renditechancen von Aktienmärkten – und bieten sich somit gerade in Zeiten niedriger Zinsen an. Wenn sich eine Wandlung lohnt, wechselt die Anleihe häufig den Besitzer.

Eine der ersten Wandelanleihen wurde 1874 in den USA vom Eisenbahnunternehmen Rome, Watertown and Ogdensburg Railroad emittiert, um den weiteren Streckenausbau zu finanzieren. Auch heute spielen die USA beim Thema Wandelanleihen eine dominierende Rolle, wie eine Untersuchung von Absolut Research unterstreicht: Von den 407 Mrd. Dollar globalem Gesamtvolumen an Wandelanleihen lautet ziemlich genau die Hälfte in US-Dollar. In Euro denominierte Wandelanleihen machen immerhin ein knappes Viertel am weltweiten Universum dieser Assetklasse aus, gefolgt von chinesischen (ca. 9 %) und japanischen Bonds (ca. 6 %). Der Anteil von Wandelanleihen am globalen Anleihevolumen macht zwar nur 1 % aus. Gerade aufgrund der Niedrigzinsphase, die viele andere Anlagen zunehmend unattraktiv macht, werden Wandelanleihen allerdings begehrter.

Wann macht eine Wandlung Sinn?

So wurden 2017 laut Absolut Research weltweit Wandelanleihen in einer Größenordnung von ca. 93,2 Mrd. Dollar ausgegeben, deutlich mehr als der langjährige Durchschnitt von 60 Mrd. Dollar jährlich. Frederik G. Hildner glaubt, dass Wandelanleihen künftig weiter gefragt sein könnten: „In Zukunft könnten sich, für den Fall steigender Renditen und steilerer Zinsstrukturkurven, Wandelanleihen als idealer Anleiheersatz erweisen“, so der Senior Portfolio Manager der Salm-Salm & Partner GmbH. Da Wandelanleihen im Durschnitt nur eine halb so lange modifizierte Duration als klassische Anleihen aufweisen, sind sie auch weniger zinsintensiv. Für die Anleger spielt bei Wandelanleihen besonders die Flexibilität eine entscheidende Rolle: „Das besondere an Wandelanleihen ist das ihnen eigene Recht, in Aktien gewandelt werden zu dürfen. Der Anleger kann die ses Recht wahrnehmen, ist aber niemals dazu verpflichtet“, erläutert Frederik G. Hildner. Roland Hotz verweist jedoch darauf, dass dieses Optionsrecht nicht für alle Arten von Wandelanleihen gilt. „Bei Zwangswandelanleihen (Mandatories) findet die Wandlung spätestens bei Verfall immer statt, egal wo die Parität steht, da das Wandelrecht beim Emittenten und nicht beim Investor liegt“, erläutert der Senior Portfolio Manager bei Fisch Asset Management.

Warum die meisten Wandelanleihen verkauft werden, wenn die Zeiten für die Wandlung günstig sind, lesen Sie auf Seite 2