Provision vs. Honorar ist sowas von out

Steuervorteile locken

In eine ähnliche Richtung denkt auch die LV 1871. Für seine Policen hat der Münchner Versicherer mehrere verschiedene Vergütungsmodelle im Angebot, u. a. die Nettovariante und das Net Asset Value (NAV) Modell. Mit einer regelmäßigen Bestandspflegevergütung können sich Vermittler mit dem NAV laufendes Einkommen aufbauen. „Dazu kommt: Durch unsere Cash-to-go-Option bleiben Kunden länger als bei herkömmlichen Policen investiert“, weiß Hermann Schrögenauer, Vertriebsvorstand der LV 1871. „So schließen Geschäftspartner finanzielle Lücken und können die Zukunft ihres Unternehmens sicherstellen.“ Ein kleines Schmankerl gibt es noch obendrauf: Das NAV-Modell ist mehrwertsteuerfrei. Innerhalb der Honorarberatung tut sich ebenfalls eine Menge. Die Liechtenstein Life AG hat nämlich einen Weg gefunden, die Nettopolice auch finanzschwächeren Schichten zugänglich zu machen – trotz hoher Honorarkosten bei Abschluss. „Die vorab vereinbarte Vergütung für den Vermittler kann der Kunde über fünf Jahre tilgen“, löst Stephan Bruckner, Head of Sales der Liechtenstein Life AG das Rätsel. „Und dieses so genannte Factoring wird durch unser Schwesterunternehmen, die cashyou AG, zusammen mit unserem Partner, die Deutsche Handelsbank AG in München, abgebildet – in einem separat zu schließenden Vertrag.” Das beste: diese Ratenzahlung ist sogar ohne Zinsen und Gebühren möglich! Nicht nur die Kosten beim Abschluss oder bei der Bestandpflege werden im LV-Bereich unter die Lupe genommen. Auch die Fonds kosten werden genau begutachtet. Einige Berater schwören wegen der geringen Laufkosten nur auf ETF und verteufeln aktiv gemanagte Fonds als Rendite-Klauer. „Diese Entwicklung ist natürlich der mittlerweile höheren Kostentransparenz bei Fondspolicen über die sogenannte Effektivkostenquote geschuldet“, analysiert Dirk Fischer, Geschäftsführer der Patriarch Multi-Manager GmbH. „Hier will je-der Anbieter möglichst günstig aus-sehen und setzt daher oft auf günstige ETFs als Policen-Renditemotor.“ Patriarch überlässt die Entscheidung den Vermittlern und Kunden. Beides kann das Unternehmen abdecken. Vor allem bieten die Fonds-Lösungen von Patriarch clevere Vorteile. Mit ihnen kann der Berater sogar die umständlichen und aufwendigen Nachberatungstermine nach IDD-Richtlinie vermeiden. Warum? Weil die Experten von Patriarch „als „Renditemotor“ in der A&A Superfonds-Police nicht auf Einzelfonds, sondern nach der Risikokennziffer SRRI ausgerichteten Patriarch-Fondsvermögensverwaltungsstrategien setzen“, erklärt Fischer. Auch für den Versicherungsnehmer bietet diese Police Vorzüge. Er profitiert insbesondere von den in den Strategien automatisch integrierten Risikoabsicherungsmechanismen. „Egal, wie tief die Börse auch während der Laufzeit der Police einmal fallen mag, unser Kunde wird zu jeder Zeit einen guten zwischenzeitlichen Rückkaufswert auf seinem Policenkonto haben“, versichert Fischer.

Lernen von Westfalen

Wer auf wörtlich genommen „ausgezeichnete“ Qualität setzen möchte, egal ob bei Brutto- oder Netto-Police, der ist bei der Condor Lebensversicherungs-AG bestens aufgehoben. Im Rating des Map-Report 2018 sicherte sich die Gesellschaft mit der höchsten Punktzahl die beste Bewertung „mmm“. Die Condor habe laut Ranking bei den Daten zu Service und Transparenz ebenso starke Leistungen gezeigt wie bei den Fonds- und Vertragskennzahlen. Diese Kreativität der Anbieter ist genau die richtige Herangehensweise. Die Entscheidung in der Vergütungsfrage und bei den Fondskosten sollte den mündigen Vermittlern und Kunden überlassen bleiben. Für diese Situation brauchen wir Rechtssicherheit – also Schluss mit den Debatten um ein Provisionsverbot. Als Vorbild sollte sich der deutsche Staat den Westfälischen Frieden von 1648 nehmen. Dieser Frieden hat den blutigen Dreißigjährigen Krieg beendet mit der Regelung, dass jeder Stammesfürst für sein Herrschaftsgebiet seine Staatsreligion festlegen darf. Diese Regelung hat damals einen Religionsstreit beendet. Heute ähnelt die Diskussion über Honorar und Provision ebenfalls einem Glaubenskampf. Wir meinen: Jeder soll nach seiner Fasson selig werden. (sh)