Private Altersvorsorge wird vernachlässigt

Die private Altersvorsorge spielt im Wahlkampf kaum eine Rolle/ Foto: © DOC RABE Media - stock.adobe.com

Nach Meinung der Apella AG spielt die private Altersvorsorge eine viel zu geringe Rolle in den Wahlprogrammen der Parteien. Der Neubrandenburger Maklerverbund plädiert zudem für die Einführung einer Online-Übersicht über alle Formen der Altersvorsorge.

Die vielen Wahlplakate an den Straßen machen deutlich: Die Bundestagswahl steht vor der Tür. Aufgrund der ständigen Diskussion über Altersarmut verwundert nicht, dass dieses Thema auch seinen Niederschlag in den Wahlprogrammen findet. Nach Meinung der Apella AG beziehen sich die Reformideen zu sehr auf die gesetzliche Rente und zu wenig auf die private Altersvorsorge.  „Die Politiker vernachlässigen die private Altersvorsorge“, bringt es Guntram Schloß, Vorstandsvorsitzender der Apella AG, auf den Punkt. “Nachdem in der zurückliegenden Legislaturperiode der Gesetzgeber etliche Veränderungen für die gesetzliche Rente und die betriebliche Altersversorgung beschlossen hat, ist nun endlich die private Altersvorsorge an der Reihe. Zu dieser Einsicht sind die Parteien aber noch nicht gelangt.“

Nur zwei Vorschläge der Parteien

Bislang wurden lediglich Vorschläge für ein neues staatlich organisiertes Altersvorsorgeprodukt gemacht, das in Konkurrenz zu den bisherigen Angeboten für das Alters-Sparen mit Hilfe von Investmentfonds und Versicherungen treten würde. Zudem sei der Vorschlag gemacht worden, die Riester-Rente in die gesetzliche Rentenversicherung zu überführen. „Damit befinden sich die Parteien auf dem besten Wege, die beachtlichen Ergebnisse, die beim Aufbau einer ergänzenden privaten Altersvorsorge seit der Jahrtausendwende erreicht wurden, wieder zu zerstören“, warnt Schloß. Stattdessen sollte an das Erreichte angeknüpft werden.

Mehr Investment wagen

Die Apella AG kritisiert nicht nur die Politik für ihre Vernachlässigung der privaten Altersvorsorge, sondern bringt auch Vorschläge ein, wie diese verbessert werden kann. So schlägt das Unternehmen eine Förderung der Investmentkultur in Deutschland vor. „Die Bevölkerung muss viel mehr an der Wertsteigerung der Unternehmen teilhaben können. Daraus vor allem erwachsen Chancen für größeren Wohlstand“, fordert Guntram Schloß. Der Vorteil für den Staat bei einer solchen Strategie liege darin, dass er kein neues Geld in die Hand nehmen müsse. Es würde beispielsweise schon reichen, wenn die gesetzlich vorgeschriebene Bruttobeitragsgarantie bei der Riester-Rente abgeschafft würde. Damit könnten Anbieter von Riester-Verträgen stärker in ertragreiche Sachwertanlagen wie Aktien investieren. Als Vorbild dient Schloß dabei der Blick ins Ausland: „In anderen Ländern, wie den USA zum Beispiel, wird Aktienfondssparen gezielt gefördert, in Deutschland errichtet der Staat per Gesetz eine Barriere gegen größere Aktienanteile in der geförderten Altersvorsorge.“ Auch Deutschland sei in dieser Hinsicht schon einmal weiter gewesen, wenn man sich die Bedingungen für die vermögenswirksamen Leistungen anschaue, wo bei der Anlage in Fonds ein Mindestanteil mit Aktien vorgeschrieben ist.

Mehr Übersichtlichkeit in der Altersvorsorge

Die Apella AG fordert zudem, dass in der Altersvorsorge die Möglichkeiten der digitalen Welt besser als bislang genutzt werden. So soll nach Meinung des Neubrandenburger Maklerpools ein säulenübergreifendes Online-Rentenkonto eingeführt werden, mit dem jeder Bürger seine künftigen Alterseinkünfte aus der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersversorgung und der privaten Vorsorge einsehen kann. „Nur wer den Überblick hat, trifft auch die richtigen Entscheidungen für seine Vorsorge“, stellt Schloß fest. Auch hier verweist die Apella AG auf andere Länder wie Schweden, wo es ein solches Konto schon seit Jahren gebe. (ahu)

www.apella.de