Preisrückgang bei Bestandsimmobilien

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Preisrückgänge in ländlichen Regionen lassen die Preise für Bestandsimmobilien zum ersten Mal seit sieben Jahren fallen. Neubauten bewegen sich hingegen auf konstant steigendem Niveau.

Im Juni sind die Preise für Bestandshäuser um 0,62 % gegenüber dem Vormonat angestiegen. Im Mai hatten die Preise noch um 0,51 % gegenüber dem Vormonat nachgegeben. Bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser sind im Juni 2017 dennoch zum ersten Mal seit über sieben Jahren wieder relevant günstiger, verglichen mit dem Vorjahresmonat. So sank der durchschnittliche Preis laut aktueller Auswertung des EUROPACE Hauspreis-Index (EPX) innerhalb von 12 Monaten um 1,03 %. Anders verhält sich die Entwicklung bei neu gebauten Ein- und Zweifamilienhäusern, die im gleichen Zeitraum 11,4 % teurer wurden. Thilo Wiegand, Vorsitzender des Vorstandes der Europace AG, warnt allerdings davor, den Preisrückgang zu verallgemeinern und der überwiegende Teil der Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern müsse sich keine Sorgen um einen Wertverfall ihrer Immobilien machen. „Wer gerade auf der Suche nach einer Wohnimmobilie aus zweiter Hand ist, den mag die Kunde von sinkenden Preisen auch sehr überraschen. Im Markt herrscht weithin wesentlich mehr Nachfrage als Angebot – und das treibt die Preise. Das gilt in praktisch allen Groß- und den meisten Mittel-Städten. Aber eben nicht überall: In ländlichen Bereichen oder Regionen mit Bevölkerungsrückgang geben mangels Nachfrage auch die Immobilienpreise nach. Die Preisentwicklung gerade bei Bestandshäusern ist entsprechend regional sehr unterschiedlich“, erklärt Wiegand.

Diese Beobachtung wird auch vom Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise (DTI) gestützt, der regelmäßig auf Basis der Zahlen aus der EUROPACE-Transaktionsplattform für Immobilien- und Ratenkredite regionale Immobilienpreis-Entwicklungen auswertet. „Hier werden zwar keine ländlichen Regionen, sondern nur Metropolregionen betrachtet“, erläutert Wiegand. „Doch selbst hier sieht man sehr unterschiedliche Preisentwicklungen bei Wohnimmobilien innerhalb Deutschlands.“

EPX-Entwicklungen im Detail

Einen besonders hohen Preisanstieg gibt es bei Eigentumswohnungen zu verzeichnen, die im Vergleich zum Vormonat um 1,75 % teurer wurden, im Vergleich zu Juni 2016 sogar um 8,65 %. Während neue Ein- und Zweifamilienhäuser im Juni 0,71 % teurer wurden, betrug der Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat 11,44 %. Bei Bestandshäusern ergab sich zum Vormonat ein Plus von 0,62 %, zum Vorjahresmonat ein Minus von 1,03 %. Für den EPX-Gesamt-Index ergab sich insgesamt ein Anstieg um 1,04 bzw. 6,50 %. (ahu)

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