P&R: Was Vermittler jetzt tun sollten

Nikolaus Sochurek / Foto: © Peres & Partner Rechtsanwälte Partnerschaft mbB

Seit gestern ist klar: P&R hat für einige Gesellschaften Insolvenz angemeldet. Unklar ist gegenwärtig noch das Schicksal der weiteren Gesellschaften rund um P&R. RA Nikolaus Sochurek geht davon aus, dass auch diese Gesellschaften früher oder später Insolvenz anmelden werden. Zu Insolvenzverwaltern wurden bislang zwei Anwälte der Kanzlei Jaffé aus München-Schwabing bestellt.

Der bundesweit renommierte Vermittleranwalt Nikolaus Sochurek stellt sich den Fragen von finanzwelt und gibt Hinweise für Vermittler und Vertriebseinheiten, wie diese sich in der gegenwärtigen Situation am besten verhalten sollten.

finanzwelt: Herr Sochurek, waren Sie von der Insolvenz überrascht?

Sochurek: Nein, aus meiner Sicht war vor dem Hintergrund der Pleite von Magellan und den seit letzter Woche bekannten Zahlungsstockungen bei P&R absehbar, dass hier ernste Probleme schlummern. In diese Richtung wiesen auch meine Veröffentlichungen.

finanzwelt: Was bedeutet die Insolvenz für Anleger und Vertriebseinheiten?

Sochurek: Für die Anleger und Investoren hat das Warten nun ein Ende und es ist klar, dass sich die Gesamtsituation jedenfalls vorerst nicht in Wohlgefallen auflösen wird. Hierbei ist jedoch auch zu berücksichtigen, dass nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand nur einige der zur P&R Gruppe gehörenden Gesellschaften Insolvenz angemeldet haben. Hier eine vorläufige Liste der als insolvent gemeldeten GmbHs (Quelle Manager Magazin):

  • P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, HRB 71806 /Regelinsolvenzverfahren – Az.: 1542 IN 726/18, Amtsgericht München, Insolvenzverwalter: RA Michael Jaffè
  • P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, HRB 152368 /Regelinsolvenzverfahren – Az.: 1542 IN 727/18, Amtsgericht München, Insolvenzverwalter: RA Michael Jaffè
  • P&R Container Leasing GmbH, HRB 58248 /Regelinsolvenzverfahren – Az.: 1542 IN 728/18, Amtsgericht München, Insolvenzverwalter: RA Philipp Henke

Nachdem die Anlegerschutzindustrie schon „in den Startlöchern“ steht und teilweise bereits offen davon schreibt, den Vertrieb in Anspruch nehmen zu wollen, ist nun auch für die Vertriebseinheiten klar, dass es mutmaßlich zu nicht unerheblichem Ungemach kommen wird. Man muss kein intimer Kenner unserer Branche und des Ablaufes von Massenschadensfällen sein, um vorherzusehen, wohin die Reise jetzt gehen wird.

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