P&R: Die Wahrheit kommt immer zum Schluss heraus

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Der am deutschen Markt bislang führende Anbieter für Direktinvestments in Container, P&R, ist insolvent. Mit dem Schlussstrich unter P&R wird eine bislang eher akademische Streitfrage demnächst praktisch entschieden: Wem genau gehören eigentlich die vermieteten Stahlkisten? Laut Konstruktion und Anlagekonzept sollten das die Anleger sein. Ob sie aber tatsächlich den Zugriff auf die ihnen jeweils mittels Code- und Seriennummern persönlich zugeordneten Kisten (verbrieft in einem so genannten Eigentumszertifikat) erhalten, wird man abwarten müssen. Kritiker des Konzepts haben immer wieder bezweifelt, dass die Anleger tatsächlich konkrete Eigentumsrechte erhalten und im Insolvenzfall auch durchsetzen können. Wie es in diesem Punkt weitergeht, werden zunächst die Insolvenzverwalter, die Münchner Rechtsanwälte Michael Jaffé und Philip Heinke vorgeben. Sofern diese den Bestand an Containern den P&R-Firmen (der Insolvenzmasse) zurechnen, müssten die Anleger rechtlich dagegen vorgehen. Am Ende dieses Verfahrens wird jedenfalls in diesem Punkt mehr Klarheit herrschen.

Die Frage betrifft den vorliegenden Agenturinformationen zufolge bis zu 51.000 (andere Quellen sprechen von 60.000) Anleger, die zusammen rund 3,5 Mrd. Euro in dieses Geschäft mit P&R gesteckt haben. Das ist bei Licht besehen nicht überraschend. Erstaunlich ist vielmehr, dass diese undurchsichtige Konstruktion sich so lange halten konnte. Wie auch immer die Finanzierungs- und Ertragsströme in dieser völlig intransparenten Branche im Einzelnen verlaufen, zunächst muss das Grundgeschäft im Seetransport ausreichend Erträge abwerfen um die Ansprüche der Beteiligten zu befriedigen. Und das hat offenbar schon seit einigen Jahren nicht mehr richtig geklappt. Genauer: Seit im Gefolge der Finanzkrise 2008/9 das Wachstum des Welthandels unter den hochgespannten Erwartungen blieb. (mk)