Von Euphorie zu Skepsis – Trump und das schwindende Marktvertrauen
28.02.2025
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Roman Przibylla, Anlageexperte der Maverix Securities AG / Foto: © Maverix Securities AG
Die anfängliche Euphorie nach dem Wahlsieg von Trump ist verflogen. Was zunächst als wirtschaftlicher Befreiungsschlag gefeiert wurde – weniger Regulierung, mehr Durchsetzungskraft, schnellere Entscheidungen – schlägt nun in Skepsis um. Die Finanzmärkte reagieren entsprechend: Seit über einem Monat tritt der Aktienmarkt auf der Stelle, Investoren werden vorsichtiger. Die entscheidende Frage lautet: Ist dies ein erster Hinweis darauf, dass die Märkte dem wirtschaftspolitischen Kurs von Trump nicht mehr vertrauen?
Trump scheint dies nicht zu interessieren. Er bleibt seiner Linie treu – Härte, schnelle Schritte, kompromisslose Entscheidungen, Zoll-Drohungen. Während seine Anhänger dies als Stärke feiern, zehrt dieser Stil zunehmend am Vertrauen der breiten Bevölkerung. Besonders heikel: Trump und seine Verbündeten, darunter auch Elon Musk, scheinen dieses Vorgehen nun weiter zu forcieren. Doch was passiert, wenn das Vertrauen in diesen politischen Kurs zunehmend schwindet?
Die Situation könnte sich weiter zuspitzen, denn auch die Wirtschaft sendet derzeit widersprüchliche Signale: Einerseits verzeichnen Unternehmen starke Quartalsgewinne, und die US-Wirtschaft wächst auf Basis der in der Vergangenheit basierenden Indikatoren weiterhin überdurchschnittlich. Andererseits mehren sich Anzeichen für einen sogenannten „Soft Patch“ – eine bevorstehende konjunkturelle Abkühlung, bedingt durch schwindendes Konsumentenvertrauen und einen sich verschlechternden Arbeitsmarkt.
Die kommenden Monate werden somit zum Lackmustest: Handelt es sich nur um eine temporäre Schwächephase oder stehen wir am Beginn einer umfassenderen Korrektur, die nicht nur den US-Aktienmarkt belastet, sondern sich auch auf andere Märkte ausweiten könnte?
Die US-Notenbank könnte somit einmal mehr zum Zünglein an der Waage werden. Sollte sich die wirtschaftliche Abschwächung fortsetzen, müsste die Fed ihre bisherige Haltung überdenken und in der nächsten Sitzung am 19. März eine frühere Zinssenkung in Erwägung ziehen – nicht aus wirtschaftlicher Überzeugung, sondern um größeren Schaden zu vermeiden.
Marktkommentar von Roman Przibylla, Head Investments bei Maverix Securities.
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