Dr. Herbert Schneidemann an DAV-Spitze gewählt

28.04.2021

Dr. Herbert Schneidemann - Foto: © Die Bayerische / © Deutsche Aktuarvereinigung

Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) wird in den kommenden beiden Jahren von Dr. Herbert Schneidemann geführt. Der neue Vorstandsvorsitzende, der auch Vorstandsvorsitzender der Versicherungsgruppe die Bayerische ist, verfolgt in dem neuen Amt ehrgeizige Ziele.

Dr. Herbert Schneidemann löst Dr. Guido Bader ab, der dem Vorstand des DAV weiterhin als Past President angehören wird. Neuer stellvertretender Vorsitzender ist Dr. Maximilian Happacher, Leiter des Ausschusses Rechnungslegung und Regulierung. „Es ist mir eine große Freude und Ehre, als nunmehr zwölfter Präsident unserer weiterhin dynamisch wachsenden Vereinigung mit ihren knapp 6.000 Mitgliedern in diesen nicht nur pandemiebedingt umwälzenden Zeiten vorzustehen“, betonte Dr. Schneidemann nach dem Mitgliedervotum auf der virtuellen Mitgliederversammlung. Zudem zeigte er sich sehr erfreut, dass neben Dr. Volker Priebe mit Susanna Adelhardt, Dr. Nora Gürtler, Daniela Rode und Wiltrud Pekarek auch vier weitere langjährig engagierte Expertinnen in den DAV-Vorstand gewählt wurden. „Damit hat das Gremium nun einen Frauenanteil von knapp einem Drittel“, so Dr. Schneidemann.

Der neue DAV-Vorstandsvorsitzende zeigte sich zum Auftakt der DAV-Jahrestagung darüber besorgt, dass aufgrund der Corona-Krise die künftige Architektur des deutschen Rentensystems auf der politischen Agenda sehr stark aus dem Fokus rücke. „Hier wurde die Pausentaste gedrückt, obwohl diese besonders gesellschafts­relevante und konfliktreiche Fragestellung keinen Aufschub erlaubt. Und die Probleme unseres dreisäuligen Vorsorgesystems wurden durch die coronabedingten Verwerfungen am Kapital- und Arbeitsmarkt noch einmal verschärft“, fasste Schneidemann die aktuelle Situation zusammen. Zugleich appellierte er an alle Beteiligen, die Diskussion um ein robustes Rentensystem nicht wahlkampfbedingt ideologisch, sondern faktenbasiert und methodisch zu führen, damit auch künftige Generationen einen Chance auf eine verlässliche Altersvorsorge hätten. „Leider wird in diesen zukunftsweisenden Debatten zu selten und zu wenig die neutrale Expertise der Wissenschaft und der Fachvereinigungen gehört, wie sich auch an der Zusammensetzung der letzten Rentenkommission zeigte“, bemängelte Schneidemann, der vor diesem Hintergrund ankündigte, dass sich die DAV und ihr eng verbundenes Institut der Versicherungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung (IVS) in Zukunft noch stärker als unabhängige Expertenorganisationen beratend mit dem Know-how ihrer knapp 6.000 Mitglieder in die öffentlichen und politischen Debatten einbringen würden.

Ein weiterer Schwerpunkt in Schneidemanns Amtszeit wird die Steigerung der Bekanntheit des Aktuarberufs nach angelsächsischen Vorbild sein: „In den USA und Großbritannien genießt unsere Profession mit ihren hervorragenden Karrierechancen sowohl in der Politik als auch in der Öffentlichkeit eine herausragende Reputation. Hier wollen wir anknüpfen und mehr Interessierte frühzeitig für die anspruchsvollen MINT-Studiengänge begeistern.“ Denn der Bedarf an gut ausgebildeten Aktuarinnen und Aktuaren sei nicht nur in den Versicherungen, sondern auch bei Banken oder Fondsgesellschaften enorm. (ahu)