Positive Kursüberraschungen

Michael Beck,

In den vergangenen Wochen war an dieser Stelle immer wieder die Rede von Stimmungsschwankungen. Nun haben sich die Investorengemüter wieder mehr als aufgehellt. Das umfangreiche Maßnahmenpaket der Bank of England, dient dazu um mögliche Auswirkungen des Brexit-Votums im Keim zu ersticken.

Die überaus positiv überraschenden Arbeitsmarktdaten in den USA sorgten für einen weltweiten Aufschwung der Aktienkurse. Wenn in diesem Umfeld einmal wieder etwas schlechtere Wirtschaftsdaten aus den USA eintreffen, wie der Rückgang der Produktivität um 0,5 Prozent bzw. der Anstieg der Lohnstückkosten in Höhe von immerhin 2 Prozent, dann wird das nicht zum Nachteil der Aktienmärkte interpretiert, sondern mit der geringeren Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung in den USA verknüpft. Und dies wiederum stützt die Aktienkursentwicklungen. Die Stimmung scheint zurzeit also recht rosig zu sein. Natürlich mahnt das zur Vorsicht, aber aufgrund der Tatsache, dass in einem Niedrig- bzw. Minuszinsumfeld wahrlich wenig Anlagealternativen existieren, dürfte sich die Abgabebereitschaft von Aktieninvestoren stark reduzieren. Mit gemischten Gefühlen wird mancher Investor die neue Annäherung der Autokraten Putin und Erdogan betrachten. Unter dem Strich aber mindert dies ebenfalls die Unsicherheiten in geopolitischer Hinsicht, da die Nato durchaus ein Interesse an einem guten Verhältnis der Türkei und Russland hat. Eine gemeinsame Vorgehensweise im Syrienkonflikt erhöht die Chancen auf eine Lösung dieses Problems. In Verbindung mit der sinkenden Wahrscheinlichkeit eines Trump-Wahlsieges in den USA scheinen sich die politischen Risiken in sommerliche Luft aufzulösen.

Die Marktmeinung aus Stuttgart von Michael Beck

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