Pensionskassen zeigen sich beunruhigt

Politik bestimmt die Märkte mehr als die Wirtschaft

  • Das Brexit-Votum stellt den Aussagen zufolge einen weiteren Unsicherheitsfaktor dar und werde das globale Wachstum bremsen, während die Asset-Preise weiter künstlich durch die ultra-lockere Geldpolitik aufgebläht würden.
  • 92 % der Umfrageteilnehmer erwarten während der nächsten drei Jahre volatilere Märkte.
  • 76 % rechnen damit, dass sich die Marktpreise von ihren Fundamentaldaten stärker abkoppeln.
  • Auf die Frage, wie sich das Brexit-Votum auf ihre Pensionspläne während der nächsten drei Jahre auswirken wird, erwarten 54 % rückläufige Anlagerenditen und 68 % eine defizitäre Situation. Die Zahl der defizitären britischen Pensionspläne ist seit Mai 2016 bis heute von 4.854 auf 4.995 gestiegen.
  • In der Zukunft erwarten die Pensionskassen-Verantwortlichen, dass sich vom Brexit ausgehend nationalistische und protektionistische Tendenzen ausbreiten. Diese politischen Risiken werden den Aussagen zufolge einen größeren Einfluss als die Gewinnsituation der Unternehmen haben.
  • Wo Pensionskassen-Manager Renditen erwirtschaften können, sei ihnen zunehmend unklar.
  • Zudem würden die positiven Auswirkungen der ultra-lockeren Zentralbankpolitik schwinden.

Folgen für die Anlagepolitik

  • Globale Aktien (57 %) und Infrastruktur (50 %) sind die favorisierten Anlageklassen, gefolgt von Alternative Credit (46 %) und Private Equity (42 %).
  • Währungsfonds und Rohstoffinvestments werden als Value-Fallen gesehen. Japanische Aktien und US-Staatsanleihen gelten als überbewertet.
  • Infolge der Verzerrung der Asset-Preise durch die Zentralbankpolitiken, seien innovative Anlagestrategien essentiell für den künftigen Erfolg. Genannt wurden Faktor-Investments, Multi-Asset-Strategien und ETFs sowie Low-Carbon- und ESG-Strategien.
  • Die Erwartung, dass die Bewertungen von Assets zunehmend mit Blick auf Klimaziele erfolge, wird als „Game-Changer“ gesehen.

„Europäische Pensionskassen-Verantwortliche erkennen, dass sie in Zeiten negativer Renditen vor einer entscheidenden Weichenstellung stehen: Entweder sie machen so weiter wie bisher und stürzen sehenden Auges von der Klippe oder sie passen sich den neuen Rahmenbedingungen an und führen einen Wandel herbei“, kommentiert Pascal Blanqué, CIO von Amundi das Studienergebnis. „Die Zentralbanken und die Kapitalmärkte sind auf absehbare Zeit aneinander gekettet. In diesem Umfeld muss die Finanzmarkttheorie weiterentwickelt werden. Pensionskassen-Verantwortliche sind gefordert neue Erkenntnisse zu gewinnen, wie man künftig ausreichende Renditen erwirtschaften kann.“ (ah)

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