Ostangler Versicherungen knüpfen in 2015 an die sehr guten Erfolge des Vorjahres an

Jens-Uwe Rohwer

Die Ostangler Versicherungen VVaG blicken auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2015 zurück. “Unser Wachstum ist positiv, die Schadenquote recht niedrig, die Kostenquote entspricht voll und ganz den Erwartungen”.

(fw) “Das alles sind erfreuliche Entwicklungen, nachdem bereits das Jahr zuvor sehr gute Ergebnisse gebracht hatte”, berichtete der Vorstandsvorsitzende  Jens-Uwe Rohwer auf der Mitgliedervertreter-Versammlung am 22. Juni 2016 in Tolk. Besonders bemerkenswert sei der bundesweit starke Anstieg der Kunden-Verträge, vor allem im Bereich der privaten Haftpflichtsparten. Die gesamten Beitragseinnahmen stiegen gegenüber 2014 um 1,8 % auf 23 Mio. Euro, die Anzahl der Versicherungsverträge kletterte um 7,2 % auf knapp 86.600 Stück. Die Bruttoschadenquote lag in 2015 bei immer noch guten 47 % (Vorjahr: 43 %). Die Ostangler weist mit rund 205.000 Euro einen um 9,6 % höheren Jahresüberschuss als im Geschäftsjahr 2014 aus. Auch bei der Eigenmittelausstattung sieht sich die OAB, nach eigenen Angaben u. a. einer der großen Spezialisten für die Landwirtschaft, mit einer Solvabilitätsquote von 180 % “solide aufgestellt”. Das biete ein hohes Maß an Sicherheit für die Kunden, so Rohwer. Die Schwankungsrückstellung wurde in 2015 kräftig um 1,3 Mio. Euro erhöht. Das sind 47,5 % mehr als im Vorjahr mit 0,9 Mio. Euro. Die Sicherheitsmittel entsprachen mit 9,2 Mio. Euro ca. 106 % des Nettobeitrags. Die Betriebs- und Verwaltungskosten lagen in 2015 bei 32,3 % und damit auf Vorjahresniveau. “Wir haben unsere Zielkostenquote geschafft”. Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb betrugen 7,4 Mio. Euro (Vorjahr: 7,3 Mio. Euro). Davon entfielen 4,1 Mio. Euro (Vorjahr: 3,9 Mio. Euro) auf Abschluss- und 3,3 Mio. Euro (Vorjahr: 3,3 Mio. Euro) auf Verwaltungsaufwendungen. Der Kapitalanlagebestand der Ostangler betrug 14,7 Mio. Euro und verbuchte damit 12,0 % oder 1,5 Mio. Euro mehr als 2014. “Wir sind nach wie vor sehr konservativ aufgestellt, mit einem hohen Immobilienanteil und einem Aktieninvestment unter 5 % der gesamten Kapitalanlagen“. Die Kapitalerträge stiegen um 19,2 % auf über eine Mio. Euro. Die Kapitalanlagerendite betrug respektable 3,0 % gegenüber 2014 mit 3,6 %. Das bewertete Rohwer als ein angemessenes Ergebnis vor dem Hintergrund des nach wie vor sehr niedrigen Zinsniveaus. Die OAB will allerdings ihr Aktieninvestment in 2016 vorsichtig ausbauen, um die sich bietenden Chancen am Kapitalmarkt zu nutzen. Unterschiedliche Entwicklung in den Sparten Obwohl es in 2015 kein so markantes Sturmereignis wie in 2013 mit “Christian” gegeben hat, mussten doch eine ganze Reihe kleinerer Stürme verkraftet werden, die das Ergebnis in der Sturmversicherung belastet haben. Die Feuersparten verliefen sehr unterschiedlich. In der Landwirtschaft war ein sehr großer Feuerschaden zu verzeichnen, der gewerbliche Bereich verlief sehr unauffällig. Besonders erfreulich war die Schadenentwicklung in 2015 in der Sparte Wohngebäudeversicherung. Hier blieb die OAB sowohl von großen Feuerschäden als auch massiven Sturmschäden verschont. “Damit weist unsere größte Beitragssparte wie in 2014 wieder ein positives versicherungstechnisches Ergebnis aus”, so Rohwer. Mit einem umfassenden neuen Konzept für Technische Versicherungen (Maschinenbruch) ließ die Ostangler Versicherung im Herbst 2015 aufhorchen. “Wir haben es geschafft, die nicht zeitgemäßen, juristisch komplizierten Versicherungsbedingungen für Maschinenbruch von im Durchschnitt 500 Seiten auf 26 Seiten einzudampfen. Das muss uns erst mal jemand nachmachen”. Rohwer unterstrich, dass es am Markt kaum am echten Bedarf ausgerichtete Deckungskonzepte für technische Versicherungen in Deutschland gebe. Sein Unternehmen sehe hier eine Marktlücke. “Kaufleute haben zwar viel Ahnung von Versicherungsbedingungen, aber meist nicht von der Technik dahinter”. Deshalb wurde mit Frank Schulte eigens für dieses neue, qualitativ hochwertige Angebot ein Experte eingestellt, der etwas von den neuen Technologien versteht und eine qualifizierte Unterstützung gewährleisten kann, sowohl was das Underwriting betrifft als auch für die Schadenbearbeitung vor Ort. Im Vordergrund stehe eine vernünftige Schadenregulierung. Das sei z. B. für den Landwirt wichtig, um seine Maschinen schnell wieder einsetzen zu können. Hohe und ungeplante Reparaturkosten könnten die Existenz eines Betriebes gefährden, gerade auch, wenn für Investitionen Kredite aufgenommen wurden. Technische Versicherung mit “All-Risk-Deckung” Schulte erläuterte auf der Versammlung, dass der Versicherungsschutz der neuen Maschinenbruch-Versicherung Serienproduktionen von stationären Maschinen wie Fräsen, Verpackungsgeräten, Generatoren und Werkzeuganlagen sowie transportablen, bzw. fahrbaren Maschinen umfasst. Dazu zählten Mähdrescher und Düngestreuer. Es gelte eine “All-Risk-Deckung”. Alle Schadenszenarien, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen seien, sind gedeckt. Gezahlt werde bei Bedienungsfehlern, Fahrlässigkeit und Vandalismus, Versagen von Regel- oder Sicherheitseinrichtungen, außerdem bei Naturgewalten wie Hochwasser, Sturm und Frost. Zusätzlich könnte die durch den Schaden verursachte Betriebsunterbrechung mit versichert werden. “Wir wollen weiter wachsen” “Für das Jahr 2016 erwarten wir wirtschaftlich eine ähnlich gute Entwicklung wie in 2015, sofern keine größeren Versicherungsschäden eintreten”, gab Rohwer seine Einschätzung für das laufende Geschäftsjahr ab. “Wir wollen weiter deutlich wachsen”. Als kleineres Unternehmen könnte die Ostangler flexibel und innovativ agieren und sich damit in einem immer stärker umkämpften Markt behaupten. “Das zeichnet uns besonders aus”. Als Beispiele nannte er die Stichworte Belegschaftsgeschäft mit maßgeschneiderten Produkten für die Belegschaften der angeschlossenen Firmen, die Umsetzung BiPro sowie die Einführung des neuen Unfall-Existenz-Produktes mit Leistungen wie im Haftungsfall. Das alles, kombiniert mit einer traditionellen Stabilität und Stärke, werde von vielen Kunden geschätzt. Für das Unternehmen mit Sitz in Kappeln und inzwischen bundesweiter Ausrichtung gelte es, den Schwung der letzten Jahre mitzunehmen und in greifbare Ergebnisse umzuwandeln. “Unsere Ziele werden wir durch stetiges Wachstum und eine weiter sinkende Kostenquote erreichen”, erläuterte ein überaus zuversichtlicher Vorstandsvorsitzender. “Wir werden unverändert sowohl in neue Techniken als auch in unsere Mitarbeiter investieren, um den immer weiter wachsenden Anforderungen der Mitglieder gerecht zu werden”. www.ostangler.de