Online-Recherche zur Weiterbildung: eine Anleitung in sechs Schritten

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Egal worum es geht, zu fast allen Themen ist das Internet unsere erste und oft auch einzige Anlaufstelle. Das ist kein Wunder, schließlich bietet das Netz Inhalte aus praktisch allen nur erdenklichen Bereichen. So sind auch Informationen zum Thema Bildung und Karriere im Internet umfassend hinterlegt.

Suchmaschinen sind bedienungsfreundlich und liefern uns in Sekundenschnelle zahllose Ergebnisse. Allein der Branchenführer Google wird jeden Tag statistisch gesehen 3,5 Milliarden Mal befragt und findet aktuell für den Begriff „Bildung“ in 0,51 Sekunden 674 Mio. Treffer. Da Suchmaschinen aber keine Ratgeber sind, funktionieren sie erst dann richtig gut, wenn wir die richtigen Begriffe eingeben. Und auch das riesige Angebot an gefundenen Informationen kann verwirrend sein und muss sortiert und interpretiert werden. Worauf sollte man bei der Suche achten und wie findet man in der Masse an Inhalten auch wirklich die Informationen, die einem weiter helfen? Nachfolgend haben wir einige Tipps für die erfolgreiche Internetrecherche zur Weiterbildung für Sie zusammengestellt.

1. Zielsetzung

Es gibt eine Vielzahl von Motivationen für eine berufliche Weiterbildung. Überlegen Sie sich zuallererst, was Sie überhaupt erreichen möchten. Haben Sie eine konkrete berufliche Tätigkeit im Auge, die Ihnen Spaß macht und die Sie gerne ausüben möchten? Gibt es eine fachliche Qualifikation oder Spezialisierung in einem bestimmten Bereich, die Sie mithilfe einer Weiterbildung erlangen möchten? Oft ist eine Weiterbildung auch der Auslöser für den Aufstieg im Unternehmen, mehr Gehalt oder bessere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt.

Für einige Berufsgruppen kann durch eine Zusatzqualifikation zudem der Schritt in die Selbstständigkeit vorbereitet werden, zum Beispiel im Bereich der Finanz- und Versicherungsvermittlung zur Erfüllung gesetzlicher Vorschriften zur Ausübung bestimmter Tätigkeiten. Nicht zuletzt sind es aber oft die Unternehmen, von denen die Initiative zur Weiterbildung ausgeht – auch dann sollte man sich gut überlegen, für welche Themen man dieses Angebot nutzt. Denn: Weiterbildung ist immer auch eine Weichenstellung für die eigene Karriere.

2. Begriffe finden und suchen

Natürlich bietet das Netz bereits bei der Zielsetzung Orientierung. Dafür empfiehlt es sich, als Suchbegriffe die aktuelle berufliche Tätigkeit und „Gehalt“ oder „Führungsposition“ in eine Suchmaschine einzugeben. Grundsätzlich gilt aber: Je klarer Sie im Voraus Ihr Themenfeld definiert haben und je enger Sie dadurch den Fokus setzen, desto einfacher gestaltet sich die Internetrecherche.

Eine Hilfestellung für die Weiterbildungssuche sind die Antworten auf die drei Punkte: „Ich bin… (Berufsbezeichnung), Ich will was/wohin… (Zielsetzung), Ich will wo/wie… (Ort oder Art der Weiterbildung)“. Wer zum Beispiel „Versicherungsvermittler Sachkunde Fernstudium“ in die Suchmaschine eingibt, hat seine Suche schon stark eingegrenzt und kann zielführende Ergebnisse erwarten. Übrigens: Google ist nicht nur dominanter Marktführer unter den Suchmaschinen, sondern liefert laut Stiftung Warentest auch die besten Ergebnisse. Wegen des Datenschutzes werden allerdings alternative Suchmaschinen wie Duck Duck Go regelmäßig besser bewertet.

3. Welche Informationsquellen sind verlässlich?

Suchergebnisse zu Ihrer Weiterbildungsrecherche werden Sie auf verschiedenen Sorten von Webseiten finden. Dazu gehören Medienbeiträge, Informationsplattformen, Bewertungsseiten und nicht zuletzt die Internetseiten der Weiterbildungsanbieter. Oft bieten Medienbeiträge und allgemeine Plattformen einen guten ersten Überblick, welche Qualifikationen infrage kommen und dann kann gezielt nach Anbietern gesucht werden. Parallel dazu können Bewertungen und Erfahrungsberichte über Lehrgänge bei unterschiedlichen Anbietern hilfreiche Einblicke geben.

Behalten Sie im Hinterkopf, dass Informationsplattformen oft von Anwendern direkt gepflegt werden können. Selbst auf weit verbreitete Seiten wie Wikipedia kann jede/r einen Artikel einstellen. Versuchen Sie deshalb, wenn möglich immer die ursprünglichen Quellen der Informationen zu prüfen. Auch Medienbeiträge können unzureichend recherchiert sein oder lediglich eine spezifische Sichtweise wiedergeben. Bei der Recherche auf den Webseiten der Anbieter wiederum sollten Sie sich bewusst sein, dass hier die jeweiligen Lehrgänge des Anbieters bestmöglich vermarktet werden.

4. Organisieren Sie sich mit Lesezeichen

Wo stand das gleich noch mal? Wenn Sie etwas passende finden, setzen Sie ein Lesezeichen. Denn eine Recherche zur Weiterbildung kann sich durchaus über einen längeren Zeitraum erstrecken. Jeder Browser hat eine Lesezeichen-Funktion: Bei vielen setzen Sie das Lesezeichen, indem Sie auf ein Sternchen rechts neben der Zeile für die URL klicken. Gut ist es, diese Lesezeichen leicht verständlich zu benennen und in Ordnern zu organisieren. So erstellen Sie Ihre eigene Online-Quellensammlung.

5. Doppelt hält besser – holen Sie sich eine zweite Meinung ein

Wenn Sie etwas finden, und meinen, der Beitrag bietet Ihnen die richtige Lösung, dann suchen Sie unbedingt noch mal weiter und überprüfen Sie, ob es auch andere Meinungen, Lösungen oder Möglichkeiten dazu gibt. Oder suchen Sie nach weiteren Informationen, die die Angaben aus der ersten Quelle bestätigen. So können Sie sicher sein, dass Sie gut recherchiert haben. Auch die Aussagen aus unabhängigen Bewertungen und Erfahrungsberichten sollten unbedingt durch eine Zusatzrecherche vertieft werden.

6. Prüfen Sie Aktualität, Seriosität und Verbindlichkeit

Wenn Sie sich auf eine Weiterbildung festgelegt haben, die zu Ihrer Zielsetzung passt und auch schon einen oder mehrere Anbieter recherchiert haben, geht es darum, die Angebote zu evaluieren. Dabei sollten Sie überprüfen, wie aktuell, seriös und verbindlich die Informationen auf der Webseite sind. Gibt es konkrete Termine, die in der Zukunft liegen und zeitnah stattfinden? Kann man das Angebot direkt buchen? Kann man den Anbieter kontaktieren? Wichtig ist auch, dass das Informationsmaterial ausführlich und auf dem neusten Stand gehalten wird. Bei umfangreicheren Weiterbildungen wird an diesem Punkt in jedem Fall empfohlen, das Unternehmen telefonisch, per E-Mail oder Chatfunktion direkt zu kontaktieren und sich individuell beraten zu lassen.