Österreicher verdienen reichlich

Die österreichische Versicherungsgruppe UNIQUA erwartet für das Geschäftsjahr 2015 etwas unter ein halben Milliarde Euro Gewinn. Die Sparten Kranken und Leben sind die erfolgreichsten Sektoren.

2015-11-27 (fw/db) Die UNIQA Insurance Group AG (UNIQA Group) aus Österreich erwirtschaftete international in den ersten neun Monaten 2015 bereits ein operatives Ergebnis von 340,4 Millionen Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) erreichte 301,9 Millionen Euro. Das Konzernergebnis (nach Steuern und Minderheitsanteilen) betrug 245,0 Millionen Euro.

„Ausschlaggebend für die gute Ergebnisentwicklung waren vor allem eine positive Entwicklung in der Krankenversicherung und ein signifikanter Anstieg der Profitabilität im internationalen Bereich. Zudem konnten wir die Kostenquote senken und haben, trotz der Belastung durch die Hagelunwetter im 3. Quartal, auch die Combined Ratio verbessert. Angesichts der Herausforderungen des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes, von dem vor allem die Erträge aus Kapitalanlagen in der Lebensversicherung betroffen sein werden, und einer schwachen Konjunktur in Teilen Europas fokussieren wir uns auch weiterhin auf unser Kerngeschäft und konzentrieren uns dabei auf eine kontinuierliche Verbesserung im operativen Versicherungsgeschäft. An unserem ambitionierten Ausblick auf das Jahresergebnis 2015 halten wir unverändert fest“, sagte Andreas Brandstetter, Vorstandsvorsitzender und CEO UNIQA Insurance Group AG.

In Leben wird auf Einmalanlagen gesetzt

Die verrechneten Prämien der UNIQA Group inklusive der Sparanteile der fonds- und der indexgebundenen Lebensversicherung stiegen in den ersten neun Monaten 2015 um 8,3 Prozent auf 4.866 Millionen Euro. Die Steigerung ist primär auf ein in den ersten drei Monaten des Jahres sehr starkes Wachstum des Geschäfts mit Einmalanlagen in der Lebensversicherung – vor allem im Bankenvertrieb in Italien – sowie auf die gute Entwicklung im Bereich der Krankenversicherung zurückzuführen.

Die laufenden Prämien stiegen über alle Geschäftsbereiche nur um 0,2 Prozent. Die Einnahmen aus den Einmalanlagen in der Lebensversicherung stiegen um 58,5 Prozent. In der Schaden- und Unfallversicherung wuchsen die Prämien – aufgrund der Zurückhaltung im wettbewerbsintensiven Kfz-Geschäft in CEE – nur leicht auf 2.030 Millionen Euro). In der Lebensversicherung stiegen die verrechneten Prämien in Summe um 19,6 Prozent auf 2.088 Millionen Euro. Die Prämieneinnahmen in der privaten Krankenversicherung stiegen um 3,5 Prozent auf 749 Millionen Euro.

Die abgegrenzten Prämien im Eigenbehalt (nach IFRS exklusive Sparanteile der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung) stiegen um 10,4 Prozent auf 4.308 Millionen Euro.

Die Versicherungsleistungen im Eigenbehalt der UNIQA Group erhöhten sich in den ersten neun Monaten 2015 vor allem aufgrund des starken Prämienanstiegs in der Lebensversicherung um 10,6 Prozent auf 3.513 Millionen Euro. Die darin enthaltene Belastung aus den Hagelunwettern im dritten Quartal betragen 28,6 Millionen Euro.

Verwaltung kostet mehr als der Vertrieb

Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb stiegen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3,0 Prozent auf 999 Millionen Euro. Die Aufwendungen für den Versicherungsabschluss betrugen trotz des starken Prämienwachstums nur 709 Millionen Euro. Die sonstigen Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb (Verwaltungskosten) lagen wie in der Vorjahresperiode bei 290 Millionen Euro.

Die Konzernkostenquote (nach Rückversicherung) verbesserte sich um 1,3 Prozentpunkte von 22,7 Prozent auf 21,4 Prozent. Mit dem geplanten und erwarteten Abflachen des Prämienwachstums wird die Kostenquote bis zum Jahresende allerdings noch etwas ansteigen.

Die Combined Ratio verbesserte sich trotz der Belastung durch Hagelschäden um 1,0 Prozentpunkte auf 98,0 Prozent.

Die Nettoerträge aus Kapitalanlagen stiegen in den ersten neun Monaten 2015 um 2,8 Prozent auf 618 Millionen Euro. Vorwiegend haben dazu geringere Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen und der fortgesetzte Umbau der strategischen Veranlagungspolitik beigetragen.

Kapitalanlagen bald über 30 Milliarden Euro-Grenze

Der Kapitalanlagebestand der UNIQA Group erhöhte sich zum 30. September 2015 gegenüber dem letzten Bilanzstichtag um 1,8 Prozent auf 29.741 Millionen Euro.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der UNIQA Group betrug 302 Millionen Euro.

Das Konzernergebnis erhöhte sich um 29,6 Prozent auf 245 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,79 Euro. Die Eigenkapitalrentabilität nach Steuern und Minderheitsanteilen erhöhte sich in den ersten drei Quartalen 2015 auf 10,6 Prozent. Das Eigenkapital der UNIQA Group stieg um 0,6 Prozent auf 3.082 Millionen Euro. Die Solvabilitätsquote (Solvency I) blieb mit 295,1 Prozent stabil.

Die Anzahl der Mitarbeiter der UNIQA Group sank von 14.451 auf 14.038.

Ausblick auf das Ergebnis in 2015

Die UNIQA hat sich für 2015 das Ziel gesetzt, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf 425 bis 450 Millionen Euro zu steigern. Dies setzt für die letzten Monate des Jahres ein stabiles Kapitalmarktumfeld, eine moderate Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds und keine größere Schadenbelastung durch Naturkatastrophen voraus.

Dietmar Braun