Ökologische Rendite ist wichtiger als ökonomische

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Anleger sind bereit, auf einiges Rendite zu verzichten, wenn das Anlageprodukt nachhaltig ist. Ein wesentlicher Faktor für diese Bereitschaft ist die persönliche finanzielle Situation. Das geht aus einer Studie der Managementberatung BrandTrust hervor.

Ob Direktinvestments in umweltfreundliche Techniken wie bspw. Erneuerbare Energien oder Aktienfonds, bei denen die Unternehmen nach ESG-Kriterien ausgewählt werden: Die Möglichkeiten der nachhaltigen Kapitalanlage sind vielfältig. Vor allem Investoren mit höherem Einkommen interessieren sich für solche Produkte und würden diese sogar dann zeichnen, wenn sie damit weniger Rendite in Kauf nehmen müssen. So gaben in einer Studie von BrandTrust in Deutschland, Österreich und der Schweiz 60 % der Befragten mit einem Einkommen höheren Einkommen (Deutschland und Österreich jeweils mehr als 4.000 Euro, in der Schweiz mehr als 8.000 Euro) an, dass sie für eine nachhaltige und sinnstiftende Anlageform bis zu 18 % weniger Rendite in Kauf nehmen würden. Zudem geht aus der Untersuchung hervor, dass 15 % der Befragten mit einem höheren Einkommen ein Impact Investing planen. Über alle Einkommensschichten planen das 11 % der Umfrageteilnehmer.

Die Studienautoren sind überrascht von der Bereitschaft deutlich geringere Renditen für ein Investment zu akzeptieren, das soziale Missstände beseitigt oder konkrete Maßnahmen zur Lösung globaler Herausforderungen bietet. „Selbst Investoren, denen ein rein rationales Verhalten mit dem obersten Ziel der Ertragssteigerung attestiert wird, können sich der gesellschaftlichen Veränderung und den Anforderungen der Menschen nicht entziehen“, so Studienautor Klaus-Dieter Koch. Finanzmarken-Experte Sebastian Schäfer von BrandTrust folgert daraus, dass für Fondsanbieter, Portfoliomanager und Finanzdienstleister hier ein wachsendes Segment entsteht. Der Markenexperte geht noch weiter: „Finanzmarken mit seriösen Angeboten für nachhaltige Anlageformen werden einen deutlichen Vorsprung in der Relevanz und Attraktivität bei den Kunden haben – im Bestand und bei Neukunden.“ Grundvoraussetzung ist allerdings das glaubwürdige und beweisbare Handeln. „Wird die Finanzmarke nur oberflächlich „grün aufgehübscht“, droht Enttarnung und in Konsequenz die Schädigung des Vertrauens und der eigenen Marke“, so Sebastian Schäfer weiter. (ahu)