Nur Hälfte der Krankenversicherer überzeugt

Im aktuellen MORGEN & MORGEN Rating zur Privaten Krankenversicherung erhielten 13 Gesellschaften mindestens vier, 12 Gesellschaften aber auch maximal zwei Sterne. Der Markt ist durch die aktuelle Lage an den Kapitalmärkten belastet,  gewinnt derzeit aber Kunden hinzu.

Für den aktuellen Jahrgang des M&M Ratings KV-Unternehmen hat MORGEN & MORGEN 30 Private Krankenversicherungen analysiert. Im Rahmen der Fünfjahresbetrachtung wurden jeweils zehn Bilanzkennzahlen der Privaten Krankenversicherung für die Jahre 2013 bis 2017 analysiert. Somit erlaubt das Rating Aussagen über die wichtigsten Aspekte der Versicherer: Kosten, Solidität und Wachstum.

Weniger Voll-, mehr Zusatzversicherte

Laut der M&M-Analyse wuchs die Zahl der versicherten Personen im Jahr 2017 um 0,9 %. Die Entwicklung verlief zwischen Vollversicherung und Zusatzversicherung jedoch sehr unterschiedlich. So ging die Wachstumsrate in der Vollversicherung um 0,6 % zurück, während in der Zusatzversicherung das Wachstum 1,3 % betrug.

Angespannte Kapitalmärkte belasten Versicherer

Aufgrund der angespannten Situation an den Kapitalmärkten sind sowohl die Eigenkapitalquote, die RfB-Quote und die Bewertungsreserven der von MORGEN & MORGEN untersuchten Gesellschaften gesunken. Ebenfalls zurückgegangen ist die Nettoverzinsung, die im Marktdurchschnitt nur noch 3,5 % beträgt.

„Die Versicherer müssen auf die Niedrigzinsphase reagieren. Das schlägt sich in Rechnungszinssenkungen  im Bestand nieder, die für den  Kunden durch Beitragsanpassungen spürbar werden. Bis 2012 wurden die Tarife mit einem Rechnungszins von 3,5 % kalkuliert. Mittlerweile liegt der durchschnittliche Rechnungszins in den Beständen der Versicherer 2017 im Schnitt bei rund 3 % – Tendenz fallend“, erklärt Peter Schneider, Geschäftsführer von MORGEN & MORGEN.

Den schwierigen Bedingungen am Markt trotzen hingen sowohl die Kostenquoten als auch die Schadensquote, die wieder leicht sinkt. Gestiegen ist hingegen die Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote, die 2,2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert lag. So setzen die Versicherer vermehrt auf einen nicht zu knapp bemessenen Sicherheitszuschlag, um möglichen Beitragsanpassungen entgegenzuwirken. „Angesichts der Stimmung am Kapitalmarkt schlagen sich die Versicherer dennoch gut und der PKV-Markt bleibt stabil“ resümiert Schneider.

Von den 30 berücksichtigten Versicherern erhielten fünf eine 5-Sterne-Bewertung, acht eine 4-Sterne-Bewertung, fünf eine 3-Sterne-Bewertung, acht eine 2-Sterne-Bewertung und vier eine 1-Stern-Bewertung. Welcher Versicherer wie abschnitt, sehen Sie in unserer Bildergalerie. (ahu)

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