Notenbanken koordinieren ihre geldpolitischen Strategien

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Otmar Lang, Chefvolkswirt Targobank

Die FED lässt wie erwartet die Leitzinsen unverändert. Das überrascht nicht angesichts der aggressiven Verlautbarungen der Bank of Japan, die heute Morgen die Märkte bewegten. Die Japaner wollen in ihrer Notenbankpolitik neue Wege gehen, um die Inflation mit allen Mitteln herbeizuführen.

Vielleicht ist es aber auch ein Zugeständnis an die FED, wenn die Bank of Japan die 10-Jahres-Rendite für japanische Staatsanleihen bei 0 Prozent stabilisieren will. Denn die japanischen Renditen lagen zuletzt immerhin schon bei -0,30 Prozent. Obwohl die Befindlichkeiten der beiden Notenbanken nicht zu vergleichen sind, scheinen FED und Bank of Japan ihre geldpolitischen Strategien zu koordinieren. Auch die EZB spielt mit: Sie hatte sich zuletzt überraschend zahm hinsichtlich einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik geäußert. Damit ist der Weg für eine US-Zinsanhebung im Dezember geebnet – quasi vorbereitet auf internationaler Ebene. In dieser globalen geldpolitischen Konstellation sollte die Sorge der amerikanischen Notenbank vor einem erhöhten Aufwertungsdruck auf den US-Dollar weniger schwer wiegen.

Ein Kommentar von Dr. Otmar Lang, Targobank-Chefvolkswirt

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