NNIP: Hohe Expertise im Fixed-Income-Bereich

Susanne Hellmann, Geschäftsführerin, NN Investment Partners

Was bietet aktuell die Rentenseite? Sind Schwellenländeranleihen wieder einen Kauf wert? Zu diesen und weiteren Fragen nahm Susanne Hellmann, Geschäftsführerin von NN Investment Partners in Frankfurt, im exklusiven finanzwelt-Gespräch Stellung.

INTERVIEW

1.) Im Frühjahr 2015 kam es zur Umfirmierung von ING Investment Management zu NN Investment Partners. Wie werden Sie heute im Markt wahrgenommen? Hellmann: Am 7. April 2015 haben wir von ING Investment Management zu NN Investment Partners aufgrund einer Auflage der europäischen Kommission umfirmiert. Wir gehören nun zu 100 Prozent zum niederländischen Versicherungskonzern NN Group, einer an der Euronext Börse in Amsterdam gehandelten Aktiengesellschaft. Das NN in unserem neuen Firmennamen geht auf ein niederländisches Unternehmen zurück, die Nationale-Nederlanden, Vorläufer der NN Group, unser Mutterhaus, deren Geschichte bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreicht. Nationale-Nederlanden entstand 1963 durch die Fusion von De Nederlanden van 1845 und Nationale der Levensverzekering-Bank. Heute werden wir auf dem deutschen Markt als ein mittelgroßer Asset Management Player mit niederländischen Wurzeln wahrgenommen. Ein neuer Markenname etabliert sich erfahrungsgemäß erst innerhalb eines gewissen Zeitraums. Das dauert noch ein paar Jahre. Für unsere Kunden hat sich aber außer dem Namenswechsel nichts verändert. Wir stehen unseren institutionellen Anlegern nach wie vor als Partner mit erstklassigem Service und Produkten zur Verfügung. Das ist es, worauf es letztlich ankommt. Der Kunde soll sich wohl bei uns fühlen. Es ist immer eine sehr persönliche und emotionale Entscheidung, wo ich als Investor mein Geld anlege. 2.) Wo liegt die Kernkompetenz Ihres Hauses? Hellmann: Fast 70 Prozent unserer Anlagen liegen im Fixed-Income-Bereich. Wir verfügen über einen langen Track Record bei Rentenspezialitäten wie zum Beispiel Emerging Market Bonds, Asian Debt, High Yield-Bonds, Senior Loans, Wandelanleihen oder auch Private Debt und ECA Loans. Aber auch auf der Multi-Asset Seite haben wir viele Fondsangebote. Kürzlich haben wir eine Absolute-Return-Multi-Asset-Strategie aufgelegt, die faktorbasiert in unterschiedliche Assetklassen investiert. Unser konservativer Ansatz hat uns gerade während der Finanz- und Schuldenkrise sehr geholfen, mit den großen institutionellen Kunden ins Gespräch zu kommen, die nach Alternativen, etwa zu Aktienanlagen, gesucht haben. Somit war der Einstieg unter dem Strich wirklich sehr gut, da wir Zuwächse erzielt haben, die man in einem derartigen Marktumfeld gar nicht erwarten konnte. Grundsätzlich haben wir mit dem Managen von Assetklassen angefangen und den großen institutionellen Investoren Bausteine für deren Portfolios bereitgestellt. Danach stellten wir zudem fest, dass durchaus eine Nachfrage nach zusätzlichen versicherungsnahen Dienstleistungen, insbesondere bei den mittleren und kleinen Versicherern, vorhanden war – Stichwort Solvency II. Das hat uns dazu bewogen, neben den klassischen Angeboten wie Fiduciary-Management-Dienstleistungen, dem Bereitstellen von LDI-Konzepten, ALM-Studien, Overlay-Management-Lösungen oder Hilfestellungen bei der Konzipierung und Steuerung der strategischen sowie der taktischen Asset Allocation, auch Produktlösungen anzubieten, die vielleicht in Deutschland so noch gar nicht so bekannt sind. 3.) Diversifikation ist nach wie vor in aller Munde. Neuerdings spricht man auch wieder über Schwellenländer-Investments, im Besonderen im Anleihesegment. Zu Recht? Hellmann: Schwellenländeranleihen in Hartwährung gehören zu unserer Kernkompetenz. Mit unserem NN (L) Emerging Market Debt HC Bond sind wir schon seit mehr als 20 Jahren erfolgreich auf dem Markt vertreten und gehören damit zu den Pionieren in dieser Anlageklasse. Der Fonds investiert schwerpunktmäßig in Staatsanleihen und hat auch einen Staatsanleihe-Index als Vergleichsmaßstab. Unternehmensanleihen können bis zu 15 Prozent beigemischt werden. Wir nutzen sie, wenn sie einen klaren Vorteil gegenüber der Anleihe des entsprechenden Staates bieten, was ein Renditevorteil sein kann. Oder die Anleihe hat zum Beispiel eine Restlaufzeit, für die es kein Staatsanleihe-Pendant gibt. Der Pessimismus, welcher noch zu Beginn des Jahres unter Investoren in Bezug auf Emerging Markets herrschte, ist einer realistischen, weitaus positiveren Einschätzung gewichen. Hartwährungsanleihen sind weiterhin die von uns präferierte Sub-Assetklasse, da hier im Vergleich zu Anleihen der entwickelten Märkte deutliche Renditevorteile zu erzielen sind. Im Verhältnis zu den Risiken bietet diese Sub-Assetklasse mit Renditeaufschlägen von derzeit rund 400 Basispunkten einen auskömmlichen Ertrag. Unterm Strich erwarten wir, dass die globalen Zinsen niedrig bleiben. Das ist die Hauptstütze für Schwellenländeranleihen, die einen positiven Ertrag für die Assetklasse für 2016 sichern sollte 4.) Was dürfen Berater und Investoren von Ihnen im zweiten Halbjahr erwarten? Hellmann: „Wir werden uns im zweiten Halbjahr weiterhin für unsere institutionellen Anleger mit gut performenden Produkten positionieren und eine interessante Auswahl für Pensionkassen, Versicherer und Corporates anbieten. Diese können aus einem großen Angebot von Schwellenländeranleihefonds High Yieldern, Convertible Bond Fonds, US IG Credits, Senior Loans, Multi-Asset-Fonds, Private Debt und nachhaltigen Produkten das Passende für ihr Portfolio auswählen und gewinnbringend bei uns anlegen. Ein weiterer Schwerpunkt unseres Hauses liegt auf kompetenter Beratung. Versicherer erfahren bei uns beispielsweise, wie sie ihre Portfolien Solvency II konform strukturieren und mit den somit erzielten Renditen ihre Verpflichtungen bedienen können. Dazu erstellen wir unsere eigenen aktuarischen LDI-Berechnungen und Analysen. Nicht zuletzt steht NN Investment Partners für „Investment for people, by people“. Getreu diesem Motto sind wir für unsere Kunden da.