Niedrige Zinsen befeuern Baufinanzierungs-Nachfrage

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Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Krise befinden sich die Bauzinsen derzeit so niedrig wie fast noch nie. Damit steigt auch die Nachfrage nach Baufinanzierung.

Bei einer Baufinanzierung werden im Regelfall sechsstellige Summen fällig. Entsprechend fällt bei den Zinsen für Immobiliendarlehen jeder Prozentpunkt deutlich ins Gewicht. Um 0,1 Prozentpunkte sind die Zinsen für Immobiliendarlehen zwischen Juli und August gesunken, bei Bestandsanbietern sind sogar noch niedrigere Konditionen möglich. Damit befinden sich die Zinsen nahe dem Allzeittief von März dieses Jahres. Das geht aus einer Untersuchung von Interhyp hervor. “Wer jetzt einen Bau oder Kauf plant, profitiert bei der Finanzierung von einem im historischen Vergleich sehr niedrigen Niveau“, so Mirjam Mohr, Interhyp-Vorständin für das Privatkundengeschäft. Interhyp geht zudem davon aus, dass das Zinsniveau vorerst günstig bleiben wird. Das wird auch durch das Interhyp Bauzins-Trendbarometer untermauert, einer Umfrage unter den Experten von zehn deutschen Kreditinstituten. Dieses zeigt für die kommenden Wochen und Monate weiterhin günstige Finanzierungskonditionen an. So erwarten nur drei der zehn befragten Kreditinstitute, dass die Zinsen auf Jahres- oder Halbjahressicht steigen werden. Laut Interhyp verankern die Niedrigzinspolitik der Notenbanken und die Anleihekaufprogramme, die niedrigen Inflationserwartungen und die Staatsverschuldung die Zinsen bis auf Weiteres auf einem niedrigen Niveau. Auch die Renditen deutscher Staatsanleihen, an deren Entwicklung sich die Bauzinsentwicklung orientiert, verharren im negativen Bereich. Angesichts der bestehenden Unsicherheiten in der Coronakrise erscheinen die Bundesanleihen vielen als sicherer Hafen.

Die niedrigen Zinsen führen laut Interhyp derzeit zu einer hohen Nachfrage nach Immobilien und Finanzierungen. „Viele Menschen beschäftigen sich in der Coronakrise mit der eigenen Wohnsituation, dies führt in Verbindung mit den niedrigen Bauzinsen dazu, dass die eigene Immobilie in den Fokus rückt“, so Mirjam Mohr. „Wer jetzt eine Finanzierung aufnimmt, sollte das Zinsniveau lange festschreiben und eine hohe Anfangstilgung von mindestens drei Prozent wählen.“ Zudem rät die Expertin Kreditnehmern, Optionen zum Tilgungssatzwechsel zu vereinbaren und beim Kreditvergleich einen Blick auf die Höhe der Bereitstellungszinsen zu werfen. „So können sich Kreditnehmer zum Beispiel gegen verändernde Einnahmesituationen oder Bauverzögerungen wappnen“, so Mohr abschließend. (ahu)