Nichts als Vorteile

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Wie hoch ist der Wert von Hausarbeit, lassen sich Kinder mal eben so nebenher betreuen? Zwei ganz zentrale Fragen, die Makler ihren Kunden vor dem Abschluss einer Risikolebensversicherung stellen sollten. Sie führen zu einer qualitativ besseren Absicherung für das wohl schlimmste Ereignis im Leben. Doch zuvor muss das Thema Tod und Absicherung grundsätzlich angesprochen werden. Es liegt hier vieles im Argen.

Ein Großteil der Deutschen hat keine Risikolebensversicherung. Laut Statistischem Bundesamt sorgt nur jeder sechste Haushalt damit für den Ernstfall vor, insbesondere Paare mit Kindern. In dieser Gruppe besitzen rund 43 % eine Risikolebensversicherung. Bei den Al Alleinerziehenden und Paaren ohne Kinder sind es hingegen nur 15 %. Zudem passen viele Paare ihren Deckungsschutz nach den Erfahrungen der Versicherer nicht ihrer individuellen Situation an. Hier lohnt sich also eine qualifizierte Beratung, für den Kunden wie für den Vermittler. Wenn das nur so einfach wäre. Beim Thema Gesundheitsfragen und Vorerkrankungen beispielsweise geht es kunterbunt durcheinander – ohne Vergleichssoftware stehen Makler dem oft ratlos gegenüber. Vorerkrankungen können sich in Form von Risikozuschlägen oder Ausschlüssen auf den Abschluss einer Risikolebensversicherung auswirken. Wichtig ist, dass sie bei der Antragstellung wahrheitsgemäß und vollständig angegeben werden. Michael Stille, Vorstandsvorsitzender der Dialog Lebensversicherungs-AG, sagt dazu: „Um die Antragstellung für Makler und Kunden zu erleichtern, hat die Dialog die Anzahl der Antragsfragen verkürzt: Von vormals 18 sind nur noch neun Fragen zu beantworten.“ Darüber hinaus habe die Dialog eigens das Informationsblatt ‚Nicht anzugebende Erkrankungen und Diagnosen bei der Beantragung einer Risikolebensversicherung inklusive Baufi-Kurzantrag‘ herausgegeben und auf die Website gestellt.

Dr. Michael Fauser, Vorstandschef der ERGO Vorsorge Lebensversicherung AG, lässt allerdings aufhorchen: „Selbst bei bestimmten Herz-Kreislauferkrankungen oder einem gut behandelten Diabetes ist ein Versicherungsschutz fast immer möglich.“ Dann allerdings mit einem Risikozuschlag, bei dem die Hinterbliebenen aber vollständig abgesichert seien. Lediglich sehr schwerwiegende Leiden, wie etwa Tumorerkrankungen, ein chronisches Nierenversagen oder eine schwere Lungenerkrankung könnten dazu führen, dass kein Versicherungsschutz möglich sei. Dr. Arne Becker, Leiter Produktentwicklung bei der Hannoversche Lebensversicherung AG, relativiert aber: „Aus Sicht des Versichertenkollektivs ist eine risikogerechte Tarifierung wichtig.“ Auf der anderen Seite könnten bei lediglich temporären Vorerkrankungen Risikozuschläge auch wieder entfallen. Laut Dr. Helmut Hofmeier, Vorstand der EUROPA Lebensversicherung AG, geht das Thema weit über die Frage von Vorerkrankungen hinaus: „Dazu gehören zum Beispiel das Rauchverhalten, Hobbys, der Beruf und eben auch Gesundheitsangaben.“ Man mache es den Kunden besonders leicht; möglich mache dies der eGesundheitsCheck. Das digitale Tool führe interaktiv durch den Online-Antrag. Der Interessent müsse zudem nur noch vier Gesundheitsfragen beantworten.

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