„Nicht nur auf dem Papier ein aktiver Fondsmanager“

Andrej Brodnik, Head on Continental Europe bei Jupiter Asset Mangement / Foto: © Jupiter AM

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Zeit für ein Resümee. finanzwelt wandte sich hierzu an Andrej Brodnik, Head on Continental Europe bei Jupiter Asset Mangement in Frankfurt.                               

finanzwelt: Welches Resümee ziehen Sie aus Vertriebssicht für 2018?

Brodnik: Das Jahr 2018 war zweigeteilt. Das erste Halbjahr lief erfreulich mit recht ordentlichen Zuflüssen vor allem im Bereich Wandelanleihen und europäischen Aktien. Die zweite Jahreshälfte war schwieriger und – wie wohl bei den meisten Anbietern – herausfordernd. Das liegt vor allem an der wachsenden Volatilität der Märkte. Wir gehen aber zuversichtlich ins neue Jahr.

finanzwelt: Welche Fondskategorien werden bei Ihnen im kommenden Jahr vertrieblich weit vorne stehen?

Brodnik: Europäische Aktien werden bei uns weiterhin im Vordergrund stehen. Darüber hinaus fühlen wir uns mit unseren Long-Short-Produkten oder dem neuen Jupiter Flexible Income Fund von Talib Sheikh gut aufgestellt für das kommende Jahr. Diese Fonds sind nicht zuletzt für ein volatiles Marktumfeld konzipiert und sollten sich hier gut entwickeln.

finanzwelt: Wird das Thema Multi-Asset weiter sehr nachgefragt bleiben?

Brodnik: Ja, denn für Multi-Asset-Fonds spricht, dass sie dem Anleger eine gewisse Aktienquote zukommen lassen, die er normalerweise selbst wahrscheinlich nicht in dieser Form halten würde. Solch eine Aktienquote brauchen Anleger aber, um im Niedrigzinsumfeld langfristig erfolgreich zu sein. Gleichzeitig gehen Anleger mit Multi-Asset-Fonds weniger Risiko ein als bei einem reinen Aktienportfolio.

finanzwelt: Das Thema Nachhaltigkeit ist mal wieder en vogue. Warum sollten Anleger hier ein Auge drauf werfen? Wie sind Sie in diesem Bereich positioniert?

Brodnik: Jupiter hat seinen ersten Ecology-Fonds bereits 1988 aufgelegt, als das Thema nachhaltiges Investieren noch alles andere als en vogue war. Mit 30 Jahren Erfahrung sehen wir uns in diesem Bereich als Vorreiter. Wir bieten Anlegern zwei Produkte im Bereich Nachhaltigkeit an. Einen reinen Aktienfonds und einen Multi-Asset-Fonds, den Jupiter Global Ecology Diversified.

finanzwelt: Die Konkurrenz auf dem deutschen Fondsmarkt ist groß. Was zeichnet Sie im Besonderen aus?

Brodnik: Uns macht aus, dass wir nicht nur auf dem Papier ein aktiver Fondsmanager sind. Das durchschnittliche Active Share unserer Aktienfonds liegt zwischen 80 und 90 Prozent, das heißt wir kleben nicht an der Benchmark. Außerdem stehen wir für Unabhängigkeit. Wir haben keine Hausmeinung, innerhalb derer sich unsere Fondsmanager bewegen müssen. Uns ist unabhängiges Denken sehr wichtig. Deshalb räumen wir unseren Managern viel Freiraum bei ihren Entscheidungen ein.