Neuer Rekord bei Logistikimmobilien

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Der deutsche Logistikimmobilienmarkt hat in den ersten drei Quartalen 2018 einen neuen Rekord beim Flächenumsatz aufgestellt. Dafür waren vor allem Regionen verantwortlich, die beim Thema Immobilie wohl nur wenige auf dem Schirm haben. Auch gewinnt eine Käufergruppe deutlich an Bedeutung.

Zwischen Januar und September 2018 wurde in Deutschland Logistikflächen von 5,2 Mio. m² umgesetzt, 8 % mehr als im Vorjahr und so viel wie noch nie zuvor. Die Durchschnittswerte über die vergangenen fünf und zehn Jahre wurden sogar um 15 % bzw. 32 % übertroffen. Vor allem die Umsätze für Eigennutzer hatten einen signifikanten Anteil an dem Anstieg: Während die Umsätze durch Vermietung stabil blieben, stiegen die Umsätze bei den Eigennutzern um ca. 20 %. Insgesamt hatten Eigennutzer einen Anteil von 40 % am Flächenumsatz.

„Die meisten Märkte zeigen ein sehr stabiles Wachstum beim Flächenumsatz. Für Dynamik sorgt insbesondere das weiter wachsende E-Commerce-Geschäft und die letzte Meile. Die Knappheit von Grundstücken für Neubauten wird allerdings zu einer immer größeren Herausforderung“, erklärt Frank Weber, Head of Industrial Agency Germany von JLL. Und weiter: „Motor der Nachfrage ist und bleibt die wirtschaftliche Lage Deutschlands, die nach wie vor gesund ist. Der deutsche Lager- und Logistikflächenmarkt könnte 2018 darum in die Nähe der 7-Mio.-m²-Marke kommen. Ob das bisherige Rekordvolumen aus dem Jahr 2016 mit 6,7 Mio. m² allerdings getoppt wird, bleibt abzuwarten“.

Trotz des neuen Rekords beim Flächenumsatz bleibt das Transaktionsvolumen unterhalb des Vorjahresniveaus (finanzwelt berichtete).

Logistik wächst vor allem außerhalb der Ballungsräume

In den fünf größten Ballungsräumen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München wurde relativ wenig Logistikfläche umgesetzt. Außerhalb dieser Ballungsräume wurden mit 3,66 Mio. m² 70 % des Gesamtflächenumsatzes erzielt, ein neuer Rekordwert und 10 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem Zehn-Jahres-Durchschnitt wurden in diesen Regionen sogar 43 % mehr Logistikfläche umgesetzt. Ein knappes Zehntel (347.000 m²) der umgesetzten Logistikfläche dieser Region entfiel auf das Ruhrgebiet. Mit deutlichem Abstand folgen die Regionen Erfurt (220.000 m²) und Rhein-Neckar (216.000 m²). Wie auf dem Gesamtmarkt blieben die Umsätze durch Vermietungen stabil, während die Umsätze durch Eigennutzer um 21 % gegenüber dem Vorjahr zulegten.

Der deutlich gestiegene Flächenumsatz außerhalb der großen fünf Metropolregionen ist insbesondere auf Neubauten bzw. Projektentwicklungen zurückzuführen, die einen Anteil von 80 % am Flächenumsatz haben. So ging es bei neun der zehn größten Abschlüsse dieses Jahres um neu errichtete Logistikimmobilien. Nach dem ersten Quartal gab es jedoch keinen Abschluss mehr über mehr als 100.000 m². Zu den größten Umsätzen im dritten Quartal zählt mit rund 57.000 m² die Anmietung des Möbelhändlers XXXLutz in einer Projektentwicklung im Logistikpark P3 in Gottfrieding im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau.

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