Neue Chancen – Wie stark wird sich Private Equity weiterentwickeln?

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Die Erfolgsgeschichte von BioNTech ist mittlerweile jedem Investor, Finanzberater und sogar den Kunden bekannt. Außerhalb der Branche und auch der deutschen Grenzen schrieb das Unternehmen mit seinem Corona-Impfstoff Geschichte und findet immer wieder Erwähnung in der Berichterstattung. Gleiches gilt in Fachkreisen auch für die MIG Fonds, die schon vor über zehn Jahren an die Idee der Mainzer Wissenschaftler glaubten und zu den Gründungsinvestoren von BioNTech gehörten. Als Idealbeispiel zeigt dieser Fall, was Private Equity bewirken kann – einen positiven Impact auf die Gesellschaft oder gar Menschheit, lukrative Gewinne für Investoren und tolle Erfolge für den Vertrieb. Doch was stellt man fest, wenn man über den Tellerrand dieses grandiosen Einzelfalls blickt?

Generell gelten alternative Investments als besonders krisenresilient, so auch Private Equity-Investitionen. Die Unabhängigkeit von der volatilen Börse und Investitionen in Unternehmen, die sich zukunftsorientierten Trendthemen widmen, sind nur zwei der Gründe hierfür. Auch während den aktuellen Geschehnissen zeigte sich die Stärke der Anlageklasse. Das Stimmungsbarometer des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) und der KfW zeichnet seit Pandemiebeginn insgesamt ein durchwachsenes Bild für die Stimmung am Beteiligungskapitalmarkt. 2020 war sie aufgrund der Pandemie vorläufig eingebrochen. Zu viele Unsicherheiten sorgten für Zurückhaltung bei Anlegern und auch die Branche wusste nicht so recht, womit es zu rechnen galt. Die Erholung erfolgte jedoch rasch.

Die Zeichnungsabschlüsse stiegen dementsprechend trotz Lockdowns und pandemischem Geschehen sogar an, das Fundraising beschleunigte sich. Die Krisensicherheit von Private Equity-Investitionen lockte Anleger, mit guten Renditechancen ihre Zurückhaltung zu überwinden. Darüber hinaus brachten die anfänglichen Unsicherheiten günstige Gelegenheiten für Beteiligungen in Umfeldern, die sonst durch hohe Bewertungen und eine hohe Konkurrenz bei begrenzten Anlagemöglichkeiten bestimmt wurden. Ganz konkret zeigte sich das BVK-Stimmungsbarometer im 3. Quartal 2021 für Private Equity erholt und anhaltend positiv, während die Stimmung im Venture Capital-Segment in 2021 immer wieder neue Bestwerte erreichte.

Ausrichtung auf die Zukunft

„Venture Capital – und damit Investitionen in junge Technologieunternehmen – hat eine sprunghafte Bedeutungssteigerung erfahren. Nicht zuletzt die Corona-Krise hat allseits die Themen Innovation, Digitalisierung oder auch beispielsweise systemrelevante Entwicklungen der Biotechnologie in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Nahezu alle erfolgreichen Unternehmen in diesen Bereichen, die bedeutende Innovationen entwickeln, sind durch Venturecapital finanziert. Die positive Stimmung in diesem Segment der Unternehmensfinanzierung wird im Jahr 2022 ungebrochen weiter steigen“, prognostiziert Dr. Matthias Hallweger, Vorstand der HMW Emissionshaus AG. Der Private Equity-Branchendienst Pregin spricht in seinem Paper „Alternatives in 2022“ sogar davon, dass sich die Assets under Management aus dem PE-Sektor bis 2026 mehr als verdoppeln könnten. Besonders für die Megatrends Digitalisierung, neue Technologien wie das Internet of Things (IoT) oder Künstliche Intelligenz (KI), Biotechnologie und Medizin oder auch ESG-Themen wie Erneuerbare Energien eignen sich die alternativen Beteiligungen besonders. Zudem zeige sich laut dem Pregin-Paper auch die andere Seite – der Mittelstand – offen gegenüber Partnerschaften mit PE-Investoren, um ihre Ideen und Geschäftsmodelle weiter voranzubringen.

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