Nachhaltigkeit bleibt ein Begriff mit Erklärungsbedarf

Ökologisierung als Leitbild

Unsere Welt kann auch in Zukunft als überlebensfähiger Planet existieren, wenn wir als Menschen bewusst handeln und uns sozial, ökologisch und ethisch in unserer Um- und Mitwelt verhalten. Bei Ökoworld verstehen wir daher unter Nachhaltigkeit die „Ökologisierung der Wirtschaft“. Also etwas Konkretes zu tun für den Einklang von Ökonomie und Ökologie. Für das ökologische Gleichgewicht, die ökonomische Sicherheit und die soziale Gerechtigkeit.

Das bedeutet: keine Investition in Waffen, Erdöl, Chlorchemie, Atomkraft oder ausbeuterische Kinderarbeit, sondern ausschließlich ökologisch, sozial und ethisch wirtschaftende Unternehmen vor allem aus boomenden Branchen wie Gesundheit, umweltfreundlicher Transport, Energieeffizienz, Bildung, nachhaltiger Konsum und Wasserversorgung. Darüber hinaus wägt das hausinterne Sustainability Research Team im Rahmen einer umfassenden Unternehmensanalyse stets ab, ob das Unternehmen und seine Produkte geeignet sind, sich positiv auf Umwelt und Gesellschaft auszuwirken. Zwei Beispiele:

Ökoworld-Fonds investieren auch in Mobilfunkanbieter, die in Entwicklungsländern Services anbieten, um ihre Nutzer in den Finanzmarkt zu integrieren. Denn circa 2,5 Milliarden Menschen leben in einer Bargeld-Wirtschaft, in der sie mühsam Werte physisch bewegen müssen, in Form von Schmuck, Bargeld oder Vieh. Über eine verantwortungsvoll gestaltete finanzielle Inklusion eröffnen sich für viele dieser Menschen neue Chancen.

Ökoworld-Fonds investieren nicht in Unternehmen, die Wasserrechte kaufen, um Wasser teuer weiterzuverkaufen, wohl aber in Unternehmen, die für eine effiziente Wasserversorgung sorgen. Denn Wasser ist ein Menschenrecht, und Ökoworld unterstützt keine Geschäfte mit Menschenrechten.

Fundierte und ehrliche Beratung notwendig

Wenn Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage eine größere Verbreitung finden soll, sind Kenntnis und Verständnis von Geld- und Kapitalanlagen im Allgemeinen und insbesondere von nachhaltigen Finanzprodukten zentral. Dafür bedarf es einer fundierten und ehrlichen Beratung auf Augenhöhe, die auf die ethischen Wertvorstellungen der Kunden eingeht, diese ernstnimmt und den Nachhaltigkeitsansatz hinter den Produkten transparent erläutert. Die ab 2021 verpflichtende Abfrage der Anlegerziele zur Nachhaltigkeit darf nicht nur Pflichterfüllung sein. Genauso wäre es kontraproduktiv, konventionelle Produkte lediglich „grün anzustreichen“. Und es bedarf generell mehr Bildung zu Wirtschafts- und Finanzthemen, am besten bereits in den Schulen.

Zur vollständigen Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

Gastautor: Dr. Silvio Schmidt,
Senior Sustainability Analyst
ÖKOWORLD AG