Nachhaltige Anlagen im Aufwind

Karine Jesiolowski / Foto: © UBP

Global orientierte Anleger können mit nachhaltigen Investitionen nicht nur ihr Risiko besser kontrollieren, sondern auch im Einklang mit ihren persönlichen Wertvorstellungen handeln. Weltweit steigt der Anteil an nachhaltig investierten Geldern kontinuierlich. Grund dafür ist einerseits das wachsende Interesse an Umweltschutz (Environment), sozialen Anliegen (Social) und verantwortungsbewusster Geschäftsführung (Governance). Andererseits haben Anleger erkannt, dass Unternehmen, die bewährte ESG-Praktiken anwenden, besser positioniert sind, um künftige Herausforderungen in einem von raschen Veränderungen geprägten globalen Umfeld zu meistern.

In den meisten Hauptregionen konzentrieren sich die Regierungen mehr und mehr auf Regulierungen, welche die Nachhaltigkeit miteinbeziehen. Unternehmen, die den ESG-Zug verpassen, werden nicht nur im Widerspruch mit den Anliegen der Investoren stehen, sondern auch zusehends gegen neue Vorschriften verstoßen. Obwohl man solche Bestimmungen als zusätzliche Belastung für die Unternehmen betrachten könnte, zeigen bestimmte Studien, dass seit den 1970er Jahren Unternehmen mit hohem ESG-Rating auch finanziell besser abschneiden. Widmet sich ein Unternehmen proaktiv Themen wie Umweltschutz, Klimawandel, Luftverschmutzung und Emissionen, sicheren Arbeitsplätzen und Arbeitsbedingungen sowie der Unabhängigkeit seines Verwaltungsrats, verbessert es damit nicht nur die Erfüllung regulatorischer Vorgaben. Es leistet zudem einen Beitrag zur Gesellschaft und stärkt seine Fähigkeit, im Vergleich zur Konkurrenz langfristigen Wert zu schaffen.

In einer sich immer schneller wandelnden Welt können nachhaltige Anlagen der Identifizierung von neuen Anlagechancen dienen. Elektro-Autos, nachhaltige Landwirtschaft und Finanzdienstleistungen in Schwellenländern sind nur einige Beispiele großer Branchen, die einen Teil ihres Erfolges den Anstrengungen der Unternehmen verdanken, nachhaltiger zu werden. Für Anleger geht der Gewinn über den wirtschaftlichen Wert hinaus. Angesichts der exponentiell wachsenden Datenmenge und -qualität können Anleger ihren Investitionsansatz besser ihren persönlichen Wertvorstellungen anpassen. So können sie zum Beispiel Unternehmen vorziehen, die sich der Förderung erneuerbarer Energien oder der Menschenrechte verschrieben haben oder im Gegenzug Waffenhersteller oder Umweltsünder ausschließen. In den kommenden Jahren dürften Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und verantwortungsbewusste Unternehmensführung für Anleger von zunehmendem Interesse sein, da nicht zuletzt diese Themen auch Anleger vor wachsende Probleme stellen. Durch die Wahl eines nachhaltigen Ansatzes können Anleger diese Herausforderungen bewältigen und gleichzeitig ihre Anlagen auf ihre eigenen Werte abstimmen.

Kommentar von: Karine Jesiolowski
Head of Responsible Investments Asset Management
Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP)