Munich Re kooperiert mit Beazley

Hacker sind moderne Raubritter - die verursachten Schäden sind immens.
Hacker sind moderne Raubritter © serpeblu - Fotolia.com

Die Hackerangriffe aus dem Netz nehmen zu. Die Schäden sind immens. Es wird nicht nur spioniert, Daten gestohlen und auch die Logistik-Kette bedroht. Munich Re meldet eine neue Kooperation.

2016-04-11 (fw/db) Die Hackerangriffe auf die IT von Unternehmen nehmen zu. Der global tätige Rückversicherer Munich Re meldet die neue Kooperation der Beazley Group einem Marktpionier für Cyberversicherungen. Als Pionier im Umgang mit Datenverstößen und ihren Folgen ist die Beazley Group bei Lloyd’s der größte Versicherer von Cyberhaftungsrisiken. Jetzt arbeitet die Gesellschaft mit der Einheit Corporate Insurance Partner von Munich Re zusammen. Ziel ist es international tätigen Unternehmen eine umfassende Absicherung für ihre digitalen Vermögenswerte und IT-Infrastruktur anzubieten, wie sie bislang so auf dem Markt nicht erhältlich war. „Der Londoner Versicherungsmarkt ist ein Wegbereiter für Innovationen im Bereich der Cyberversicherung. Ich freue mich, dass wir dank unserer hervorragenden Geschäftsbeziehung zu Munich Re jetzt eine noch umfassendere Absicherung gegen dieses prägende Risiko des 21. Jahrhunderts anbieten können“, so Adrian Cox, Leiter Spezialsparten bei Beazley zur neuen Kooperation mit dem Rückversicherer. „Der schnelle Datenfluss ist der Pulsschlag des heutigen Geschäftslebens. Wenn er abbricht oder Daten in unbefugte Hände geraten, kann das für große, vernetzte Unternehmen enorme Kosten zur Folge haben. In einer Zeit, in der die Cyberbedrohung überall auf der Welt zunimmt, bieten wir Großunternehmen jetzt die Möglichkeit, sich gegen diese Risiken effektiv und flexibel abzusichern“, sagt Mike Donovan, Leiter der Fokusgruppe Technologie, Medien und Business Services bei Beazley. Die Bausteine für das Deckungskonzept wurden in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Großunternehmen und deren Versicherungsmaklern entwickelt. Die Bedürfnisse der einzelnen Unternehmen sind sehr unterschiedlich. Deshalb wird die Deckung auf das spezielle Risikoprofil des jeweiligen Kunden zugeschnitten und bietet für eine große Bandbreite an Cyberrisiken bis zu 100 Millionen US-Dollar oder 100 Millionen Euro Versicherungsschutz. Je nach Bedarf des Kunden beinhaltet die Deckung beispielsweise Elemente für die folgenden Risiken: Angriffe durch Hacker oder Schadsoftware. Das Ausmaß und die Häufigkeit derartiger Angriffe nehmen kontinuierlich zu. Allein in den USA wurden in den vergangenen zwei Jahren bei großen Datenpannen, die jeweils mehr als 10 Millionen Datensätze betrafen, insgesamt 193,5 Millionen Kundeninformationen gestohlen. Distributed-Denial-of-Service-Attacken (DDoS). Die Hälfte aller großen US-Firmen war vergangenes Jahr von Denial-of-Service-Attacken auf ihre Webseite betroffen. In über 10 Prozent der Fälle kam es bei den betroffenen Unternehmen zu einer Unterbrechung ihrer Internetdienste. Bei einem erfolgreichen DDoS-Angriff drohen erhebliche Betriebsunterbrechungsschäden. Cyber-Erpressung. Seit kurzem treten vermehrt sogenannte Ransomware-Angriffe auf. Obwohl die bisher bekannt gewordenen Vorfälle im Allgemeinen eher geringfügig waren, sind Cyber-Erpressungsversuche in größerem Stil durchaus denkbar. Sach- und Personenschäden infolge von böswilligen Cyberangriffen. Aufgrund der zunehmenden Vernetzung von Systemen steigt die Gefahr, dass ein Cyberangriff den Betrieb von Anlagen und Maschinen beeinträchtigt und die Sicherheit der Mitarbeiter gefährdet.

Hohe Nachfrage nach Deckungskonzepten

Beazley und Munich Re verzeichnen eine erhebliche Nachfrage nach Versicherungsschutz gegen derartige Risiken und haben globalen Kunden bereits entsprechende vorläufige Deckungszusagen erteilt. Dank der Kooperation haben die Kunden die Möglichkeit, sich umfassend abzusichern – sowohl im Hinblick auf die gedeckten Gefahren als auch auf die Entschädigungsgrenzen. „Seit einigen Jahren rückt das Thema Cyberrisiken bei großen Unternehmen weltweit immer mehr in den Fokus – schließlich sehen sie in der Praxis, welche erheblichen negativen Folgen Cybervorfälle haben können: Auf ihre Bilanz und ihre finanziellen Spielräume, aber auch im Umgang mit Aufsichtsbehörden und Ratingagenturen. Corporate Insurance Partner verfügt über eine umfassende Erfahrung im Bereich industrieller und komplexer Einzelrisiken. Damit sind wir ideal positioniert, die Grenzen der Versicherbarkeit zu erweitern und Kunden zu helfen, die tat-sächlichen finanziellen Folgen eines Cyberereignisses abzufedern. Dank unserer engen Kooperation mit Beazley und der Bündelung unseres Experten-wissens können wir großen Unternehmen und industriellen Kunden einzigartige Services und Lösungen anbieten – so können sie sich bedarfsgerecht gegen die vielfältigen Risiken aus Cyberangriffen absichern”, so Chris Storer, Leiter des Cyber Solutions-Teams innerhalb von Corporate Insurance Partner, welche im Rahmen der Risk-Solutions-Aktivitäten von Munich Re industrielle Kunden betreut. Durch die enge Zusammenarbeit mit Kunden, Versicherungsmaklern und IT-Unternehmen sind die Kooperationspartner in der Lage, das spezifische Cyberrisiko-Profil von gewerblichen IT-Nutzern besser zu verstehen und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln. Dietmar Braun