München und Stuttgart als Alterssitz teuer

Regionale Wohn- und Lebenshaltung für Rentner
Der Wohnsitz spielt im Alter eine Rolle - die Kosten für Wohnraum und Lebenshaltung hängen von der Region ab © goldencow_images - Fotolia.com

Die Höhe der gesamten Renten- und Pensionsbezüge ist das eine, wenn da nicht die Kosten für Wohnraum und Lebenshaltung wären. Ein Zukunftsatlas zeigt, dass die je nach Region anders sind.

2016-05-24 (fw/db) Sieben der bundesweit teuersten Wohnsitze für ältere Mitbürger liegen laut dem Zukunftsatlas des Instituts Prognos in Süddeutschland, konkret im Ferien- und Urlaubsland Bayern. Gleichzeitig verteilen sich 40 der von den Wohnraum- und Lebenshaltungskosten teuersten Landkreise in Deutschland auf Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Der Aufwand für Wohnung und Lebenshaltung liegt in diesen Bundesländern durchschnittlich zwischen 15 und 30 Prozent höher als im bundesweiten Gesamtschnitt. Norddeutschland oder den neuen „alten“ Bundesländern schaffen es laut Studie nur vier Kreise in die Top-50 – nämlich Hamburg, Berlin, Potsdam und der Kreis Nordfriesland. Die günstigsten Verhältnisse finden sich in Sachsen-Anhalt. Allein in elf von 14 Landkreisen liegen die Lebenshaltungskosten um mehr als zehn Prozent niedriger als im Bundesdurchschnitt. Auch im nördlichen Mecklenburg-Vorpommern sind nicht nur die Landschaften schön, sondern auch die Kosten für Wohnraum und Lebenshaltung für viele Rentner erträglich. Am teuersten ist die Lebenshaltung in München, der Weltstadt der Herzen, mit einer Kaufkraft von 767 Euro. Damit liegt die bayerische Metropole 30,41 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von rund 1.000 Euro. Auf den weiteren Plätzen folgen der Landkreis München mit einer Kaufkraft von 829 Euro (+20,56 Prozent), der Landkreis Starnberg mit 831 Euro (+20,31 Prozent), die Stadt Frankfurt am Main mit 845 Euro (+18,40 Prozent), sowie der Landkreis Miesbach mit 850 Euro (+17,68 Prozent). Günstigsten ist es nördlich im niedersächsischen Landkreis Holzminden mit einer Kaufkraft von 1.159 Euro (-13,70 Prozent), gefolgt vom mitteldeutschen Landkreis Osterode am Harz mit 1.156 Euro (-13,47 Prozent), dem nördlichen Landkreis Elbe-Elster mit 1.152 Euro (-13,22 Prozent), dem Vogtlandkreis mit 1.148 Euro (-12,90 Prozent) und dem Kyffhäuserkreis mit 1.147 Euro (-12,81 Prozent). Im Ranking der Landeshauptstädte liegt München als der teuerste Standort für Rentner an der Spitze – gefolgt von der Schwabenmetropole Stuttgart mit 884 Euro, oder den Einkaufsmeilen-Städte Düsseldorf mit 912 Euro und Wiesbaden mit 915 Euro, oder das frohsinnige Mainz mit 916 Euro. Am günstigsten lässt es sich hingegen in Magdeburg mit einer Kaufkraft von 1.067 Euro leben – gefolgt von Schwerin mit 1.023 Euro, dem „hochdeutsch“ sprechendem Hannover mit 1.023 Euro und der Thüringer Metropole Erfurt mit 1.013 Euro. Wem das alles zu teuer ist, der muss sich überlegen auszuwandern oder umzuziehen. Es gibt in Europa auch außer den Klassikern in Spanien und Portugal, auch klimatisch und kostenmäßig interessante Regionen in Griechenland oder Frankreich. Der nächste Urlaub kann für die Recherche genutzt werden, wo es sich im 365-Tage-Urlaub gut und günstig lebt. Ein gutes Startkapital ist der Verkauf des Eigenheims in Deutschland, wo bei Niedrigzinsen für Finanzierungen für Käufer, selbst für Objekte im erbärmlichen Zustand oder teurem Umfeld, aktuell noch Traumpreise erzielt werden. Dietmar Braun