MORGEN&MORGEN: Sterbegeld-Rating 2022

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Die Sterbegeldversicherung dient der finanziellen Entlastung der Hinterbliebenen und ist darauf ausgelegt, anfallende Kosten rund um den Todesfall aufzufangen. Nach dem Tod benötigen Hinterbliebene beispielsweise Beratung zu Testaments- und Nachlassfragen oder eine Vermittlung von Bestattern. Auch der digitale Nachlassverwalter wird immer wichtiger.

Das alles verursacht Kosten, die durchschnittlich zwischen 7.000 bis 10.000 Euro liegen. Wer seine Angehörigen für den Fall seines Todes entlasten möchte und die eigenen Wünsche für die zukünftige Bestattung finanziell absichern möchte, kann mit einer Sterbegeldversicherung vorsorgen und dabei die Höhe der Versicherungssumme den individuellen Wünschen anpassen.

Sie wird daher hauptsächlich von älteren Menschen abgeschlossen. „Der
rückläufige Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort. 2021 haben wir 98 Tarife bewertet.
Heute sind es nur noch 89“, stellt Andreas Ludwig, Bereichsleiter Rating & Analyse bei
MORGEN&MORGEN, fest und mutmaßt: „Dies sei sicherlich auch dem niedrigen
Rechnungszins geschuldet, der es den Versicherern erschwert, die eingezahlten
Beiträge zu erhalten.“

Insgesamt bietet der Markt aber mit 89 Tarifen immer noch ein vielfältiges Angebot. Den passenden Tarif auszuwählen, erweist sich oft als schwierig. Das M&M Rating Sterbegeld gibt Orientierung und zeigt, welche Tarife besonders gute Bedingungen aufweisen.

Eher Ältere kümmern sich ums Sterbegeld

MORGEN & MORGEN analysiert die Sterbegeldtarife im Rahmen des M&M Rating
Sterbegeld seit 2020. Die Bedingungsanalyse besteht aus 17 Fragen, wobei 11 Fragen
ratingrelevant sind und Sachverhalte und Produkteigenschaften beurteilen, die als
wesentlich für die Qualität eines Sterbegeld-Versicherungsproduktes anzusehen sind.
Da es sich bei der Zielgruppe für Sterbegeldtarife in der Regel um ältere Personen handelt, liegt ein Schwerpunkt des M&M Ratings Sterbegeldversicherung bei den
Themen Wartezeit und Gesundheitsprüfung. Positiv bewertet sind vor allem Tarife
ohne Gesundheitsprüfung und mit angemessen kurzer Wartezeit, wobei auch
Staffelregelungen Berücksichtigung finden. Zudem spielt es eine Rolle, ob die
Versicherer bei Unfalltod der versicherten Person innerhalb der Wartezeit ihre volle
Versicherungsleistung erbringen.

Vertragliche Gestaltungsalternativen wie Reduzierungsmöglichkeiten des Versicherungsschutzes und Überbrückungsmöglichkeiten bei Zahlungsschwierigkeiten, werden ebenfalls als wichtig angesehen. Positiven Eingang in die Beurteilung fanden Tarife, welche die Erstattung von Überführungskosten bei Versterben der versicherten Person im
Ausland bieten.

Pluspunkte gibt es auch für Assistanceleistungen, die in
unterschiedlichem Umfang von den Unternehmen angeboten werden, wie Beratung
zu Testaments- und Nachlassfragen, digitale Nachlassverwalter, Vermittlung von
Grabpflege, Vermittlung von Bestattern, um nur einige zu nennen. Ausnahmen dabei
sind Tarife, die wahlweise die vollständige Auszahlung der Versicherungsleistung oder
ein komplettes Servicepaket für die Bestattung anbieten, dessen Leistungen mit der
Versicherungssumme verrechnet werden.

Die von MORGEN & MORGEN angesetzten Mindestkriterien stellen daher sicher, dass
die top bewerteten Tarife folgende Bedingungen erfüllen: Der Versicherer sieht bei
einem 5-Sterne-Tarif von der Wartezeit bei Unfalltod der versicherten Person ab. Für
die Bestbewertung verzichtet der Versicherer außerdem auf eine Gesundheitsprüfung
oder auf sein Recht auf Kündigung oder Vertragsanpassung nach § 19 VVG, wenn der
Versicherungsnehmer die Anzeigepflichtverletzung nicht zu vertreten hat.

Das Ratingergebnis


Die Anzahl der bewerteten Tarife sinkt stetig. Heute sind es 89 Tarife im Ratingergebnis.
Der Großteil aller Tarife ist sehr gut bewertet. 34 Tarife erhalten eine Fünf-Sterne-
Bewertung, 43 Tarife eine Vier-Sterne-Bewertung. Das Mittelfeld wird von 11 Tarifen mit
einer durchschnittlichen Bewertung bestellt. Nur ein Tarif ist schwach bewertet, sehr
schwache Tarife gibt es keine. Damit hat sich die Fünf-Sterne-Riege im Vergleich zum
Vorjahr um drei Tarife erweitert. Bei den Vier-Sterne-Bewertungen sind es vier Tarife
weniger. Auch die Drei-Sterne-Tarife sind um acht Tarife gesunken. Gleich geblieben
ist die Anzahl der schwach bewerteten Tarife.

 

„Das ist auch in diesem Jahr ein stabil gutes Ergebnis. Jedoch ist noch Luft nach oben,
vor allem im Bereich Assistanceleistungen, bei den Wartezeiten sowie den Überbrückungsoptionen bei Zahlungsschwierigkeiten oder den Reduzierungsmöglichkeiten des Versicherungsschutzes,“ zeigt Ludwig das Entwicklungspotenzial auf. (ml)