Monuta ermöglicht alternative Bestattung

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In Deutschland herrscht fast durchgehend Friedhofszwang, d.h. Verstorbene dürfen nur auf Friedhöfen oder ähnlichen Ort wie Friedwäldern ihre letzte Ruhe finden. Der Sterbegeld-Versicherer Monuta hat nun eine Möglichkeit geschaffen, dass Verstorbene auch auf dem eigenen Grundstück bestattet werden können.

Die Niederlande haben eine andere Einstellung zum Thema Tod als ihre östlichen Nachbarn in Deutschland und auch liberale Beisetzungsmöglichkeiten. Letztere macht sich nun der niederländische Sterbegeldversicherer Monuta zunutze und ermöglicht unter dem Namen „Baumfrieden“ gemeinsam mit dem bundesweiten Bestatternetzwerk Funeria Verstorbenen auf dem eigenen Grundstück ihre letzte Ruhe zu finden. So wird die verstorbene Person kremiert und die Asche anschließend in eine niederländische Baumschule überführt. Die Hinterbliebenen wählen dort aus 20 Baumarten wie Ginko, Buche oder Magnolie ihren Wunschbaum aus. Dem gewählten Setzling wird dann in einer Zeremonie die Asche zur Erde im Pflanzenkübel eingemengt. In der folgenden Zeit gehen die Nährstoffe der Asche in den Baum über und nach sechs bis neun Monaten professioneller Pflege wird den Angehörigen der junge Baum geliefert. Diese können ihn dann im eigenen Ort oder an einem anderen Wunschort einpflanzen. „Der Baum als Erinnerungsort, beispielsweise im heimischen Garten ermöglicht es, der Trauer sehr selbstbestimmt Raum zu geben“, so Monuta-Geschäftsführer Oliver Suhre. „Die Hinterbliebenen können sich einen ganz persönlichen und gleichzeitig lebendigen Trauerort schaffen, ohne von Friedhofsrichtlinien abhängig zu sein.“

Steigende Nachfrage nach alternativen Bestattungen

In den vergangenen Jahren ist ein Trend zu alternativen Bestattungsformen zu beobachten. So sind Friedwälder sowohl bei Hinterbliebenen als auch Vorsorgern immer begehrter. Dies untermauert auch eine Studie der Ludwig-Universität in Freiburg, wonach seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts in Deutschland die Motivation für Baumbestattungen zunimmt. Neben der Naturverbundenheit fällt die Entscheidung für einen Friedwald oft aus dem Wunsch nach Selbstbestimmung. Auch ein anonymes Grab auf einem Friedhof wird auf oft als Alternative angesehen. Dennoch wünschen sich viele Hinterbliebene häufig einen Trauerort mit persönlichem Bezug. Einen Urnenbeisetzung im Garten ist bislang  nur in Bremen erlaubt. Mit Baumfrieden möchten die Monuta und Funerias einen Ansatz vorstellen, Überlegungen in nachhaltig gedachte Bestattungsformen anzukurbeln. „Ein Baum stellt etwas Bleibendes dar und ist jedoch anders als etwa ein Grabstein eine lebendige Investition in die Zukunft. Dies sollte nicht als Accessoire verstanden werden, sondern als Unterstützung der Trauerverarbeitung“, erklärt Suhre. (ahu)