Mit der App im Versicherungsdschungel

Durchblick im Versicherungsdschungel
Orientierung im Versicherungsdschugel - ob da App und Software helfen? © noreefly - Fotolia.com

Die Digitalisierung treibt jeden Tag eine neue Sau in Form von Apps als Internet-Service durch die Landschaft. Das Problem dabei, keine Software hilft bei Schäden. Da hilft nur die Deckungs-Klage.

2016-06-14 (fw/db) Versicherungen sollen ihren Versicherten ein gutes Gefühl vermitteln, ein Stück Sicherheit über das Leistungsversprechen erworben zu haben. So die Theorie, bis es dann im Schadensfall es zu einer meist begründeten Leistungsablehnung kommt. „Die allermeisten Vermittlungsunternehmer und auch die meist weniger sachkundigen Kollegen vom Verbraucherschutz besitzen kaum einen Marktüberblick für einen Angebotsvergleich im In- und Ausland – der Versicherungskunde erst recht nicht“, warnt Versicherungsexperte Dr. Johannes Fiala. Software entscheidet – Roboter ersetzt Faktor Mensch Versicherungsvermittler und Verbraucherschützer lassen, so der erfahrene Experte, zumeist eine Software entscheiden, was wohl für den Kunden als Deckung und Tariflösung passt. Wenn die Software zum Versicherungsrating von bestimmten Versicherern gesponsert wurde, spricht man vom „Versicherungs-Gate“ in Kreisen der Versicherungsmakler bezogen auf die Haftung. Bereits beim Abschluss von (Rechtsschutz-) Versicherungen und noch häufiger  bei der Ablehnung einer Deckung im Schadensfall wissen die Kunden immer noch nicht, was eigentlich versichert ist. Nicht selten erfährt auch der Versicherer selbst erst vom Gericht, was er eigentlich in seinen Versicherungsbedingungen mit schwammigen Formulierungen im Juristendeutsch gemeint hat, bzw. wie sie auszulegen oder ob sie denn auch wirksam sind. So äußerte aktuell ein Unternehmer, der von seiner Bank zu gemanagten SWAP-Zinswetten in Höhe von zwei Millionen Euro Verlust überredet wurde, solche Fälle seien in der Deckung seines Schutzes für Rechtsfälle nicht versichert: Dieser Irrtum kostete den Unternehmer bisher bereits um die 50.000 Euro in Form von Kosten zur Verteidigung seiner Rechtsposition gegenüber der Bank. Fazit: Nicht die günstigste Prämie spricht für eine Versicherungslösung, sondern deren Erfüllung von Leistungsversprechen in Schadensfällen und Eintritt des Risikos. Da helfen klassische Vergleiche von Versicherungen wenig, wie sie jetzt in Massen per Fintech, Insuretech oder sonstige Vermittler per Internet auf das Smartphone angeboten werden. Hier muss die Digitalisierung durch Handarbeit sorgfältig analog ergänzt werden, nach der Methode Risiko-Analyse, individueller Bedarf und die richtige Deckung. So ist das. Wer in den Tarif-Dschungel der Versicherer schaut, der sieht vor lauter Wildwuchs die Bäume nicht mehr – da hilft auch kein App das vom nächsten Baum herunterfällt und verspricht Lotse und Wunderwaffe zugleich zu sein.