Mit den richtigen Aktien zu neuen Rekorden

Andreas Kern, Gründer und CEO der wikifolio Financial Technologies AG / Foto: © Martina Draper

Die Aktienmärkte haben einen fulminanten Jahresauftakt aufs Parkett gezaubert. Mitte April liegt der DAX rund 13 Prozent über seinem Ende 2018 markierten Niveau. Die mittleren und kleinen Werte aus MDAX (+16 Prozent) und SDAX (+18 Prozent) konnten noch etwas stärker zulegen. Getoppt wird diese Bilanz von dem amerikanischen Hightech-Index Nasdaq 100, der seit dem Jahreswechsel auf ein Plus von 20 Prozent kommt. Doch trotz dieser imposanten Kursgewinne wirkt der Einbruch aus dem Schlussquartal des abgelaufenen Jahres immer noch nach.

Selbst an der Nasdaq sind die alten Höchststände noch nicht wieder erreicht worden. Wobei der Index hier zumindest kurz davor steht. Am deutschen Aktienmarkt hingegen ist nach oben bis zu den Allzeithochs noch reichlich Luft. Der DAX etwa müsste sein bisheriges Jahresplus mehr als verdoppeln, um sich der Anfang 2018 erreichten Rekordmarke von rund 13600 Punkten wieder anzunähern.

Gutes Timing beim Aus- und Wiedereinstieg

Bei wikifolio.com hingegen gibt es zahlreiche Trader, die ihre alten Hochs schon längst überwunden und neue Rekorde zementiert haben. Der Blick ins Detail zeigt, dass dies mit den unterschiedlichsten Strategien und oftmals sogar relativ geringen Kursschwankungen gelungen ist. Die beste Voraussetzung für solche Erfolge war natürlich eine relativ stabile Entwicklung während der starken Korrektur in 2018. Das ist recht vielen Tradern durch eine defensive Herangehensweise, frühzeitige Depot-Absicherungen oder den kompletten Ausstieg aus dem Markt gelungen. Die große Kunst war es dann aber, den Schalter möglichst schnell wieder umzulegen. Denn wer mit dem Einstieg zu lange gezögert hat, der hat auch den Großteil des Anstiegs in 2019 verpasst.

Ein Experte für Tech-Aktien

Sehr gut gemeistert hat diese Aufgabe der mittlerweile auch als Fondsmanager agierende Software-Experte Stefan Waldhauser. Der setzt in seinem wikifolio auf langfristig aussichtsreiche Technologie-Unternehmen, die unter Ihrem „fairen“ Wert gehandelt werden. In Erwartung einer stärkeren Korrektur hatte er im zweiten Halbjahr 2018 frühzeitig eine Cashquote von ca. 30 Prozent aufgebaut. Unter anderem das sorgte dafür, dass das zwischenzeitliche Minus mit 20 Prozent relativ moderat ausfiel. Obwohl der Aktienbestand bis jetzt nur moderat ausgebaut wurde (aktuell bei rund 80 Prozent) gelang ihm seit Jahresbeginn ein Kursplus von über 20 Prozent auf neue Allzeithochs.

Value-Investing in Reinform

Eine dezidierte Analyse der Unternehmensbewertungen ist auch bei dem an der Börse sehr erfahrenen Thomas Dittmer das Erfolgsrezept. Er sucht konsequent nach Aktien (bevorzugt deutsche Nebenwerte), die unterhalb ihres inneren Wertes notieren. Da er hier im vergangenen Jahr nur bedingt fündig wurde, lag die Investitionsquote oftmals sogar bei unter 50 (aktuell 55) Prozent. Weil seine Wahl zudem auf relativ markt- und konjunkturunabhängige Unternehmen fiel, konnte das schwere Börsenjahr 2018 tatsächlich mit einem Gewinn abgeschlossen werden. Aber auch im laufenden Jahr bescherte ihm sein defensiver Value-Ansatz bislang ein ordentliches Kursplus von rund 12 Prozent. Seit Anfang 2013 liegt die Gesamtperformance nun bei 185 Prozent, wobei der größte jemals erlittene Rückschlag in diesem Zeitraum nicht einmal 13 Prozent betrug.

Die Marke ist entscheidend

Ihrer Investment-Philosophie durchgängig treu geblieben sind auch die Vermögensverwalter von Albrech & Cie, die an ihrem Portfolio während der Korrektur allerdings nur wenig verändert haben. Das wurde in den vergangenen Wochen ebenfalls mit neuen Rekordhochs belohnt. In dem fast durchweg voll investierten Portfolio befinden sich Aktien von Unternehmen, die starke globale oder wachstumsstarke regionale Marken repräsentieren. Diese Strategie basiert auf Untersuchungen, nach denen steigende Markenwerte in der Vergangenheit häufig mit überproportional steigenden Aktienkursen einhergingen. In dem wikifolio gab es Ende 2018 zwar einen Rückschlag um 20 Prozent, der durch das Festhalten an der Strategie mittlerweile aber mehr als wettgemacht werden konnte.

Kolumne von Andreas Kern,
Gründer und CEO der wikifolio Financial Technologies AG