Mit CCP gegen erneute Finanzkrise

Oliver Dreher © CMS Hasche Sigle

Eine der bemerkenswertesten Entwicklungen in der internationalen Finanzwelt in den letzten Jahren ist die “Zentralisierung”. Insbesondere die Krise bzw. Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers hat gezeigt, dass dezentrale Strukturen nicht immer förderlich sind.

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Die vorstehende Grafik zeigt zugespitzt, wie die Teilnehmer der Finanzmärkte in der Vergangenheit untereinander agierten: jeder einzelne Marktteilnehmer hatte eigene, bilaterale Verträge mit bis zu einer Vielzahl von sogenannten Gegenparteien (counterparties). Dies galt insbesondere in den Märkten für sogenannte OTC-Derivate – hierbei handelt es sich um nicht-börsengehandelte, bilaterale Verträge über den Austausch von Zahlungen, angefangen bei Zins- oder Währungsswaps, mit denen sich beispielsweise Unternehmen gegen Veränderungen des Zins- oder Währungsniveaus absichern.

Eine der “Lessons learned from Lehman” war, dass sowohl die Verhinderung als auch die Bewältigung einer internationalen Finanzkrise umso schwerer fällt, wenn letztlich auch die Aufsichtsbehörden nicht wissen, wer welche Risiken trägt und gegebenenfalls in Schieflage geraten kann, wenn außergewöhnliche Umstände eintreten. Hinzu kommt dann, dass die individuelle Finanzlage der jeweiligen Gegenpartei und die Vielzahl der möglicherweise auf die einzelnen Gegenparteien anwendbaren Insolvenzrechte die Bewältigung einer Krise weiter erschweren.

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