Mehrheit lehnt Bezahlung mit Smartphone ab

25.07.2016

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Deutsche Verbraucher bleiben skeptisch, wenn es um mobiles Bezahlen geht. So wollen 66 Prozent der Deutschen auch in Zukunft auf ihr Smartphone an der Kasse verzichten.

(fw/rm) Das ist eine der Erkenntnisse aus einer repräsentativen Befragung der ING-DiBa, bei der Konsumenten in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA zum Thema Mobile Banking und zu ihren Zahlungsgewohnheiten befragt wurden.

Bargeld weiterhin beliebtes Zahlungsmittel

Lediglich 31 Prozent der hierzulande Befragten gaben an, dass ihre Bargeldnutzung in den vergangenen zwölf Monaten abgenommen hat. Einen niedrigeren Wert gab es mit 28 Prozent nur in Österreich. Zum Vergleich: Durchschnittlich 53 Prozent der europäischen Verbraucher nutzen weniger Bargeld als noch ein Jahr zuvor. Spitzenreiter sind hier Italien und die Türkei, wo rund zwei Drittel der Befragten angaben, ihre Bargeldnutzung während des vergangenen Jahres verringert zu haben. „Die Deutschen lieben ihr Bargeld. Daher verwundert auch nicht, dass man hierzulande neuen Bezahlmethoden eher skeptisch gegenübersteht. Andere Länder, wie die Türkei, Italien oder Spanien, sind hier schon weiter: Die dortigen Verbraucher sind mobilen Zahlungsmethoden wie dem Bezahlen per Smartphone gegenüber viel aufgeschlossener“, sagt Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-DiBa. Nur 34 Prozent der Deutschen erwarten, in Zukunft verstärkt ihr Smartphone für Zahlungen zu verwenden – der europäische Durchschnitt liegt hier bei 52 Prozent. Auch haben 68 Prozent Sicherheitsbedenken gegen die Nutzung kontaktloser Zahlungen; europaweit sind dies lediglich 54 Prozent. Digitale Währungen wie Bitcoins halten Deutsche für keinen nachhaltigen Trend bei Online-Zahlungen. Während nur 23 Prozent der hierzulande Befragten bei digitalen Währungen Potenzial für den Zahlungsverkehr der Zukunft erkennen, sind es europaweit gut ein Drittel.

Aufgeschlossen beim Banking, vorsichtig beim Bezahlen

Bei der Nutzung mobiler Bankdienstleistungen liegen die Deutschen hingegen im europäischen Mittelfeld. So gaben 51 Prozent der Besitzer von Smartphones oder Tablets an, Mobile-Banking-Angebote zu nutzen (2015: 47 Prozent). Von diesen wiederum stellten 65 Prozent fest, dass sie durch Mobile Banking ihre Finanzen besser verwalten können – zum Beispiel, indem sie Einnahmen und Ausgaben besser kontrollieren, Rechnungen pünktlich bezahlen oder Kontoüberziehungen vermeiden.

Banken genießen Vertrauen bei Zahlungsverkehr-App

Eine App zur Durchführung von Zahlungen haben 29 Prozent der Besitzer von Smartphones oder Tablets in Deutschland schon einmal verwendet – aber nur 16 Prozent sind sich sicher, eine solche App auch in den kommenden zwölf Monaten zu nutzen; weitere 24 Prozent halten es für wahrscheinlich. Zum Vergleich: Europaweit haben 40 Prozent schon einmal eine solche App eingesetzt und insgesamt 56 Prozent werden dies sicher oder wahrscheinlich im nächsten Jahr wieder tun. Drei Viertel der Befragten gaben an, dass sie solch einer App am meisten vertrauen würden, wenn diese von ihrer Hausbank angeboten wird – 11 Prozent nannten IT-Unternehmen wie Google oder Apple und nur 5 Prozent soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter.

Info:

Online-Untersuchung von Ipsos im März und April 2016, Befragte: Finanzielle Entscheider ab 18 Jahren. International N = 14.579, Deutschland N = 1.004 PDF-Download der kompletten Studie: www.ing-diba.de/publikationen