Mehrere Generationen unter einem Dach? Wieso nicht?

Immer mehr Menschen können sich vorstellen, mit zwei weiteren Generationen unter einem Dach zu leben / Foto: © Kzenon - stock.adobe.com

In Deutschland geschieht der Auszug aus dem „Hotel Mama“ früher als in anderen Ländern. Dennoch stößt die Idee des Mehrgenerationenhaushaltes auch hierzulande durchaus auf Zustimmung – nicht nur aus monetären Gründen.

Im Durchschnitt ziehen die Deutschen mit 21 Jahren aus dem Elternhaus aus und 75 % aller Deutschen stehen mit 25 Jahren zumindest wohnungstechnisch auf eigenen Beinen. Ganz anders die Situation südlich der Alpen: 56 % aller Italiener leben mit über 26 Jahren immer noch im Elternhaus. Das ergibt eine repräsentative Umfrage der ING-DiBa in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA. Danach gibt es in Deutschland die wenigstens, in Italien die meisten Nesthocker. Der frühe Auszug aus dem Elternhaus hat aber auch zur Folge, dass die Deutschen zunächst nicht in Wohneigentum ziehen. So mieten sich 80 % nach ihrem Auszug von zuhause mit ihrem Partner oder alleine eine Wohnung, weitere 8 % ziehen zunächst in eine Wohngemeinschaft. Auch in Österreich ziehen die Menschen in relativ jungen Jahren aus und von dort aus zunächst in eine Mietwohnung.

Diese Ergebnisse passen dazu, dass im deutschsprachigen Raum das Wohnen zur Miete nach wie vor weit verbreitet ist. Außerdem erfolgt der Umzug ins Eigenheim in Deutschland und Österreich erst in einem höheren Lebensalter als in anderen europäischen Ländern. Ein relativ hoher Anteil der Deutschen glaubt zudem, sich niemals Wohneigentum leisten zu können (finanzwelt berichtete).

Wird der Mehrgenerationenhaushalt in?

Dass mehr als zwei Generationen unter einem Dach leben, wurde in letzter Zeit immer seltener. So gaben nur 13 % der Befragten an, dass in ihrem Haushalt mehr als zwei Generationen in einem Haushalt leben. Angesichts immer teurerer Mieten in den begehrten Ballungsregionen könnte dieser Anteil jedoch wieder steigen. So zeigt sich sowohl in Deutschland als auch in ganz Europa etwa die Hälfte der Befragten dafür offen, in einem Mehrgenerationenhaushalt zu leben. Sehr niedrig ist die Bereitschaft hierzu in Frankreich, Tschechien und den Benelux-Staaten, wo sich nur 40 % der Befragten gegenüber diesem Modell offen zeigen. Anders hingegen in der Türkei, Spanien und den USA, wo 60 % der Befragten diesbezüglich Bereitschaft signalisierten.

Die gestiegene Bereitschaft für Mehrgenerationenhaushalte hat aber nicht nur monetäre Gründe. So nannten die meisten Deutschen bei der Frage nach den Beweggründen einen Mehrgenerationenhaushalt zu gründen, den Fürsorgeaspekt. Auch der Familienzusammenhalt wird von vielen Befragten als ein Vorteil des Mehrgenerationenhaushalts genannt. (ahu)

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