Mehr Kontrolle für Vergleichsportale?

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Viele Vergleichsportale sind deutlich weniger transparent, als die Verbraucher häufig meinen. Möglicherweise wird deshalb bald eine oberste Bundesbehörde aktiv.

Ob Stromanbieter, Reise, Kredit oder Versicherungen: Vergleichsportal erfreuen sich bei den Verbrauchern großer Beliebtheit. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die Möglichkeit, mit nur wenigen Klicks einen kompletten Überblick über das am Markt befindliche Angebot zu haben. Jedoch zeigt eine Untersuchung des Bundeskartellamtes, dass Verbraucher sich bei Vergleichsportalen nicht darauf verlassen können, das beste Angebot zu finden. So könnten sich Anbieter von Hotelzimmern Listenplätze auf Hotelplattformen erkaufen und manche Portale würden weniger als die Hälfte des im Markt befindlichen Angebots abdecken. Auch setzen viele Vergleichsportale Hinweise auf angeblich begrenzte Verfügbarkeit, praktisch kaum realisierbare Vorteile oder vermeintliche Exklusivangebote ein. Viele Portale würden zudem keinen eigenständigen Vergleich durchführen, sondern lediglich auf die Datensätze und/ oder Tarifrechner anderer Portal zurückgreifen. Da Verbraucher häufig nicht angemessen über die Praktiken der Vergleichsportale informiert werden, fordern Verbraucherschützer eine stärkere Regulierung der Plattformen.

Dieser Ruf wurde in der Politik bereits erhört: So prüft laut Süddeutscher Zeitung das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz derzeit, ob die Bundesnetzagentur in ihrer Aufsichtsfunktion gestärkt werden kann und damit ihre Kompetenz auch um Vergleichsportale erweitert. (ahu)