Mehr als ein Tag Aufwand – mit mäßigem Ergebnis

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DSGVO: Diese fünf Buchstaben trieben Vermittlern in den letzten Monaten so manche Schweißperle auf die Stirn. Viele Vermittler sind sich immer noch nicht sicher, ob sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllen – obwohl sie für die Umsetzung viel Zeit investiert haben.

„Ist Ihr Unternehmen DSGVO-konform aufgestellt?“ Diese Frage bekamen Versicherungsmakler und unabhängige Finanzanlagenvermittler im AfW-Vermittlerbarometer gestellt. Ergebnis: Mit 64 % antworteten nicht einmal zwei Drittel der Umfrageteilnehmer mit „Ja“. 28 % gaben an sich, nicht sicher zu sein und 4 % antworteten gar mit „Nein“. Das bedeutet, dass ein gutes Drittel der Befragten erhebliche Bußgelder riskiert oder billigend in Kauf nimmt. Besonders bedenklich: Die große Unsicherheit im Bezug auf die Umsetzung der DSGVO ist nicht darauf zurückzuführen, dass die Vermittler das Thema auf die leichte Schulter genommen haben: So musste laut der Branchenumfrage jeder Vermittler 34 Stunden aufwenden, um die Anforderungen der DSGVO umzusetzen – Zeit, in der die Vermittler nicht ihrer eigentlichen Aufgabe nachgehen konnten.

Norman Wirth kann angesichts der Umfrageergebnisse nur mit dem Kopf schütteln.  „34 Stunden durchschnittlicher Zeitaufwand pro Makler bedeutet, dass allein alle registrierten Makler die unglaubliche Zahl von 1.587.732 Stunden für die Umsetzung der DSGVO aufgewandt haben“, so der Geschäftsführende Vorstand des AfW, der selbst ausgebildeter Datenschutzbeauftragter ist. „Gesamtwirtschaftlich erscheint der Aufwand Dimensionen zu haben, der durch die Politik doch sehr zu hinterfragen und auszuwerten sein sollte. Riesiger Aufwand, immer noch große Unsicherheit und geringe Akzeptanz in der Bevölkerung – das sollte zu denken geben.“ (ahu)

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