Mehr als der Spatz in der Hand

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Claude Hellers

Anleger in Deutschland sind dem Reiz laufender Ausschüttungen aus ihrer Geldanlage erlegen. Tatsächlich sind wir als Volk der Sparer mit unseren Giro- und Festgeldkonten seit Jahrzehnten regelmäßige Zinszahlungen gewohnt.

Und nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre ist Anlegern der Spatz in der Hand erst recht mehr wert als die Taube auf dem Dach. Aber letztlich geht es um beides, den Spatz und die Taube – um regelmäßige Ausschüttungen oberhalb der Inflationsrate und Kapitalerhalt oder sogar -wachstum.

Welche Möglichkeiten gibt es, beides zu kombinieren? Und das in einem Umfeld, in dem die Zinsen bei klassischen Bareinlagen wie Tagesgeld und Co mittelfristig niedriger sind als die Inflation. Für Anleger, die bereit sind, einen Schritt weiter zu gehen auf der Risikoleiter, sind Anleihe- und Dividendenfonds die Alternative.
Im Niedrigzinsumfeld liegen die Dividenden weltweit oft über der Rendite von hochwertigen Unternehmensanleihen. Europäische Unternehmen haben beispielsweise eine durchschnittliche Dividendenrendite von rund 3,4 %. Auf lange Sicht machen Dividenden zudem einen großen Teil der Gesamtrendite von Aktien aus: Betrachtet man die Wertentwicklung der weltweiten Aktienmärkte seit den 1970er Jahren, tragen Dividenden rund 40 % des Wertzuwachses bei. Wer langfristig in Aktien gesunder Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen und nachhaltiger Dividendenausschüttung investiert, kann darauf vertrauen, seine Investition zurückzubekommen. Und er profitiert dank Dividenden von Ausschüttungen, die über dem Zinsniveau von Investment Grade Anleihen liegen.

Bei Anleihen ist es daher sinnvoll, auf einen Mix aus verschiedenen Anleiheklassen zu setzen. Denn trotz Niedrigzinsumfeld bieten Anleihen gute Möglichkeiten, eine angemessene Rendite bei relativ hoher Sicherheit zu erzielen. Wichtig dafür sind eine globale Ausrichtung, eine breite Streuung über verschiedene Anleiheklassen hinweg – von Investment Grade, über Hochzins- bis hin zu inflationsindexierten Anleihen – und vor allem die laufende Anpassung des Anleihemixes an sich verändernde Märkte.

Im Idealfall kombinieren Anleger beides – Anleihen und Aktien. Hierfür gibt es Multi-Asset-Fonds, die speziell auf regelmäßige Ausschüttungen ausgerichtet sind. Sie bündeln bewährte Anlagestrategien und nutzen die unterschiedlichen Eigenschaften der verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Investment-Grade-Anleihen, Hochzinsanleihen oder Schwellenländeranleihen für eine möglichst stabile Wertentwicklung und konstante laufende Ausschüttungen. So bekommen Anleger beides: Den Spatz und die Taube.


(Autor: Claude Hellers, Leiter Retail und Wholesale Vertrieb von
Fidelity Worldwide Investment in Deutschland)