Mastercard ermöglicht eigene Definition des Geschlechts

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Namen sind mehr als nur Schall und Rauch: Sie machen auch nach außen deutlich welches Geschlecht wir haben – negativ für Transgender-Personen oder Personen mit unklarer Geschlechtsidentität. Mastercard verschafft diesem Problem mit der „True Name“-Karte nun auch in Europa Abhilfe.

In den letzen Jahren findet die Vorstellung immer mehr Anerkennung, dass es nicht nur „männlich“ und „weiblich“, sondern auch Misch- und Zwischenformen davon gibt. Für die Namensgebung hat diese Entwicklung aber bislang keine Auswirkung und eine rechtliche Namensänderung ist nach wie vor ein langwieriger und mühseliger Prozess. Noch extremer ist eine Geschlechtsänderung. Zudem kann der auf der Kreditkarte genannte Name Transgender-Personen und Menschen mit nicht-binärer Geschlechtsidentität in unangenehme Situation bringen. So haben fast ein Drittel der Personen, deren Identität nicht mit den Angaben in ihrem Pass übereinstimmt, bereits die Erfahrung gemacht, dass ihnen deshalb Dienstleistungen verweigert oder sie sogar angegriffen wurden. Aus diesem Grund hat Mastercard im vergangenen Jahr in den USA die „True Name“-Karte eingeführt, mit der Menschen die Möglichkeit gegeben wird, ihre präferierte Identität auf ihren Bezahlkarten anzugeben. Die „True Name“-Karte hat keine zusätzlichen Compliance-Anforderung zum typischen Kreditkarten-Programm und ermöglicht somit eine einfache Umsetzung. Zugang und Aktivierung sind für die LGBTQ+ Communities von entscheidender Bedeutung. Bis Ende des Jahres wird die Karte auch in zahlreichen europäischen Ländern angeboten.

„Unser Name unterscheidet uns. Für Millionen von Menschen der LGBTQ+ Community entspricht der angegebene Name auf ihrer Zahlungskarte nicht ihrem wahren Ich. Als Partner der LGBTQ+ Community haben wir die Möglichkeit sinnvolle Veränderungen zu bewirken, die dazu beitragen, das Problem anzugehen und zu lösen. Wir fordern unsere Partner auf, sich uns anzuschließen und Kunden in ganz Europa die „True Name“ Karte anzubieten. So erleichtern wir das Leben von Transgender-Personen und Menschen mit nicht-binärer Geschlechtsidentität, so dass sie ihre wahre Identität sicher, einfach und mit Stolz zeigen können“, so Mark Barnett, President Mastercard Europe.

„Inter-LGBT begrüßt alle Maßnahmen, die das Geschlecht und den Vornamen von Transgender- und nicht-binären Personen anerkennen. Diese Initiative spiegelt den Wunsch von Transgender-Personen wider: die Anerkennung ihres Geschlechts und Namens durch eine einfache Angabe, die ausschließlich auf Selbstbestimmung beruht. Die Position von Mastercard steht im Einklang mit der Empfehlung der „Defenseur des Droits“ [französische Institution für Antidiskriminierung], die seit 2016 fordert, dass sich Banken danach richten und Vornamen berücksichtigen sollten. Unter den zehn Empfehlungen zur Geltendmachung der Rechte von Transgender-Personen, die am 26. Juni 2020 veröffentlicht wurden, befindet sich die Aufforderung an Institutionen, die Identität von Transgender-Personen zu respektieren, indem sie sich bereit erklären, ihre Vornamen, ihr Geschlecht und ihre Geschlechtszuordnung zu ändern sowie die Liste der Identifikationsmerkmale zu erweitern, die für einen Vertragsabschluss benötigt werden. Die europäischen Entscheidungsträger sollten sich von dieser Initiative inspirieren lassen, um die Änderung des Vornamens von Transgender-Personen ausschließlich auf Grundlage der Selbstbestimmung und durch ein einfaches Verwaltungsverfahren zu ermöglichen, wie es in der Resolution 2048 des Europarates festgelegt ist“, ergänzt Clémence Zamora-Cruz, Sprecherin von Inter-LGBT. (ahu)